Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424
II. TEIL. Die Ausstellung und das Jagdwesen - III. ABSCHNITT. Die Jagd in ihren Beziehungen zu Handel und Verkehr, zu Industrie, Kunst und Gewerbe
Die Induftrie und das Gewerbe in ihren Beziehungen zur Jagd. Die Induftrie für pbotograpbifcbe Apparate nebft Zubehör, welche in den legten 15 bis 20 Jahren einen fo bedeutenden Auffcbwung genommen bat, findet in den Kreifen der Jäger zahlreiche Konfumenten, denn die bleibende Erinnerung an jegliche Epifoden, die der Jäger erlebt, an landfcbaftlicbe Bilder der Gegenden, die er bei feinen Jagdzügen durchgreift, an die Orte, die Volkstypen und Trachten, die er in feinem eigenen und in den verfcbiedenen fremden Revieren, die er kennen lernt, vorfindet, ift ihm wertvoll. Er gibt ficb Mühe, das Leben des Wildes in der freien Natur nicht nur zu ftudieren, fondern auch im Bilde feftzubalten und fcbafft dadurch Naturdenkmäler, die für die Kenntnis der Tierwelt auch für den Nicbtjäger von hohem Werte find. Der Wert der pbotograpbifchen Apparate und ihrer Hilfsmittel, welche von der Jägerwelt in Anfprucb genommen werden, kann jährlich mit 1 bis l 1 s Millionen Kronen veranfcblagt werden. Das Gewerbe der Buchdrucker und Verleger wird mit der Entwicklung der Jagdliteratur immer mehr befcbäftigt; es repräfentieren diefe Gewerbszweige, infoferne nur beimifcbe Erzeugungsftätten in Betracht gezogen werden, einen Umfatj von beiläufig 1 bis lVs Millionen Kronen jährlich. Aus allen diefen hier aufgezählten Gewerben und induftriellen Betrieben, welche einerfeits durch Verarbeitung der Robprodukte, welche die Jagd liefert, und anderfeits durch Herftellung der zabllofen, durch die Jagdausübung hervorgerufenen Gebrauchs- und Luxusgegenftände einer großen Menge arbeitsfrober Menfcben Befcbäftigung und Verdienft bieten, refultiert für untere Volkswirtfcbaft ein Gefamtwert von beiläufig 80 bis 100 Millionen Kronen jährlich. Aus den hier genannten Ziffern, die felbftverftändlicb nur auf annähernde ßcbätjung beruhen und Schwankungen unterworfen fein müffen, erbellt doch zur Genüge, welche immenfe Bedeutung die Jagd und ihre Ausübung für unteren nationalen Woblftand bat, welche Summe von Werten fie fcbafft und in Bewegung fetjt. Es ift deshalb gewiß wünfcbenswert, daß alle beteiligten Faktoren diefe Bedeutung würdigen und der Jagd jede nur immer mögliche Förderung angedeiben laffen, denn in ihr liegt eine reiche Quelle zur Hebung des nationalen Woblftandes in des Wortes vollfter Bedeutung.