Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424
II. TEIL. Die Ausstellung und das Jagdwesen - III. ABSCHNITT. Die Jagd in ihren Beziehungen zu Handel und Verkehr, zu Industrie, Kunst und Gewerbe
c^li^ Der Handel und der Verkehr in ihren Beziehungen zur Jagd. Ausfuhrwert 3,080.255 Kronen Wildbret 1 Einfuhrwert 66.686 „ Mehrwert der Ausfuhr . . . 3,013.569 Kronen I Ausfuhrwert 3,187.200 Kronen Wildfelle einfcbließlicb rober Hafen- | Einfubrwer t 1,352.100 und Kaninchenfelle I Mehrwert der Ausfuhr . . . 1,835.100 Kronen Diefer Überfchuß beträgt bei Wild .... 3,013.569 Kronen und bei den Fellen .... 1,835.100 zufammen . . 4,848.669 Kronen. Es ergibt ficb fomit, daß im Jahre 1908 die Wildbretausfubr aus dem öfterreicbifch-ungarifchen Zollgebiete, hierbei die wichtigeren auswärtigen Konfumländer in Betracht gezogen, welche aus Ungarn nur über Öfterreicb zu erreichen find, abzüglich der Einfuhr dem Werte nach 21-95 Prozent und ohne Rückficbt auf die Einfuhr 22'45 Prozent der Summe der Nutjwildfällung in Öfterreicb und des dabin aus Ungarn im Zwifcbenverkebr eingeführten toten Nutzwildes beträgt, zuzüglich des Wertes der Mebrausfubr von Fellen aber fogar 33'07 Prozent des vorhin bezifferten Wertes der Gefamtproduktion zuzüglich der Mebreinfubr aus dem Zwifcbenverkebr mit Ungarn ausmacht. Ungefähr ein Vierteil der Wildbretausbeute in der Monarchie im Ausfuhrwerte von über 3 Millionen Kronen und zuzüglich der Wildfelle nahezu ein Drittel ihrer Gefamtproduktion im Ausfuhrwerte von nahezu 5 Millionen Kronen ift alfo nach den Ergebniffen des Jahres 1908 dem Export zugute gekommen und bat untere Handelsbilanz gegenüber dem Auslande verbeffert. Die vorftebenden Ausfuhrwerte erhöben ficb um rund 600.000 Kronen, wenn der Wert der Mebrausfubr von lebendem Wild einfcbließlicb des Zwifchenverkebrs aus Ungarn hinzugerechnet wird. Der Eifenbahntransport von Wildbret. Das Mittel zur regelmäßigen und zeitgerecbten Abwicklung des Exportverkebrs der Jagdprodukte fowie zu deren bedarfsgemäßer Verteilung an die Konfumplä^e des Inlandes bietet in allererfter Reibe der Eifenbahntransport. Im Bereiche der k. k. Staatsbabnverwaltung einfcbließlicb des Netzes der Kaifer Ferdinands-Nordbabn find nach gefälliger Mitteilung des k. k. Eifenbabnminifteriums im Jahre 1910 annäberungsweife 2,580.000 Kilogramm Wildbret zur Verfrachtung gelangt. Auf den nunmehr verftaatlicbten öfterreicbifcben Linien der Staatseifenbabn-Gefellfcbaft umfaßte die Verfrachtung von Wildbret im felben Jahre rund 390.000 Kilogramm. Für die öfterreicbifcben Linien der k. k. priv. Südbabn-Gefellfcbaft wird die im Jabre 1910 verfrachtete Menge Wildbret approximativ mit 721.990 Kilogramm angegeben. Die genannten Bahnanftalten, welche nahezu die getarnten öfterreicbifcben Hauptbahnen in ficb begreifen, haben mitbin im Jabre 1910 zufammen 3,691.990 Kilogramm Wildbret verfrachtet. Das Gefamtgewicbt des in Öfterreicb jährlich für den Verkehr verfügbaren Wildbretes läßt ficb nur fcbätjungsweife ermitteln, indem man aus der ftatiftifcb ausgewiefenen Stückzahl der Wildfällung die auf die einzelnen Wildgattungen entfallenden Gewichtsmengen mit Hilfe der bekannten Durcbfcbnittsgewicbte berechnet und die erhaltene Summe um den perzentuell der Einfuhr aus Ungarn im Zwifcbenverkebre entfprecbenden Zufcblag erhöbt. So ergibt ficb beifpielsweife für die Wildfällung im Jabre 1908 die Gewicbtsmenge von 8,316.064 Kilogramm und zuzüglich der Einfuhr aus Ungarn mit 22-3 Prozent = 1,854.482 Kilogramm das Totalgewicht des in diefem Jahre in Öfterreicb für den Verkehr verfügbaren Wildbrets mit 10,170.546 Kilogramm. Mit der vorbin angeführten Ziffer der Eifenbabnverfracbtung von 3,691.990 Kilogramm, im Jahre 1910 verglichen, zeigt ficb, von der Verfcbiedenbeit der Vergleicbsjabre abgefeben, daß von der gefamten Gewicbtsmenge Wildbret 36'3 Prozent im Wege des Eifenbabntransportes an ihre Beftimmung gelangen. Der internationale Wildverkebr. Ein cbarakteriftifcbes Bild der Stellung, welche die wichtigeren, für uns in Betracht kommenden mitteleuropäifchen Länder in bezug auf den Verkehr mit Jagdprodukten einnehmen, ergibt ficb aus den Einfubrund Ausfuhrwerten diefer Länder für Wild, wie fie in der hier wiederholt zitierten und benutzen Jagdftatiftik und Dr. Hugo Forchers »Beiträge zur Statiftik der Jagd« eingebend dargeftellt find, im Vergleiche zu jenen der Monarchie. Wir befcbränken uns auf die Wiedergabe der Hauptziffern des Jahres 1908, welche nachgebend folgen : 126