Gertrude Enderle-Burcel, Dieter Stiefel, Alice Teichova (Hrsg.): Sonderband 9. „Zarte Bande” – Österreich und die europäischen planwirtschaftlichen Länder / „Delicate Relationships” – Austria and Europe’s Planned Economies (2006)
Dieter Lautner: Quellen zum Osthandel Österreichs am Beispiel ausgewählter Aktenbestände des Archivs der Republik
(StGBl. Nr. 94/1945, § 3). So übernahm das Staatsamt jene Geschäftsbereiche, welche am 13. März 1938 das Bundesministerium für Handel und Verkehr innehatte - unter anderem natürlich auch den Bereich Handels- und Industriepolitik, welche vorerst in der Sektion IV ihren Niederschlag fand. Zu Beginn des Jahres 1946 wurden dann die Geschäfte jenes Staatsamtes (mit Ausnahme der Angelegenheiten des Verkehrs, welche in einem eigenen Ministerium aufgingen) mit denen des Staatsamtes fur öffentliche Bauten, Übergangswirtschaft und Wiederaufbau im Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau vereinigt. Dieses Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau bestand zunächst aus sechs Sektionen, wobei die Agenden der Handelspolitik in der Sektion V landete, und im Zuge einer ersten größeren Verwaltungsumbildung ab 1950 (BGBl. Nr. 24/1950) wurde die Sektionsanzahl auf fünf verringert, was zur Folge hatte, dass die Angelegenheiten der Handelspolitik ab dem Moment von der Sektion IV bearbeitet wurde. In weiterer Folge ereigneten sich in den 50er und frühen 60er Jahre keine größeren Umgruppierungen in diesem Bereich und das Ministerium bestand zum Teil aus fünf beziehungsweise sechs Sektionen. Quellen zum Osthandel Österreichs am Beispiel ausgewählter Aktenbestände Erst das Jahr 1966 ergab dann einschneidende Änderungen, und zwar wurden mit Bundesgesetz vom 25. Mai 1966 (BGBl. Nr. 70/1966) die Aufgabenbereiche des Bundesministeriums für Handel und Wiederaufbau auf zwei neue Ministerien aufgeteilt. Die baulichen und technischen Angelegenheiten fanden im Bundesministerium für Bauten und Technik Platz und alle anderen - darunter auch die handelspolitischen (in der Sektion III) - im Bundesministerium für Handel, Gewerbe und Industrie. Das sollte dann bis zur abermaligen Zusammenfassung in ein Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten in den 80er Jahren auch so bleiben. Wie schon erwähnt soll diese knapp angedeutete behördengeschichtliche Entwicklung einen Einblick in die Hinterlegung der handelspolitischen Unterlagen geben, da sie mit dieser in ursächlichen Zusammenhang steht. Die Unterlagen sind nämlich nach ihrer Provenienz hinterlegt, und zwar Jahrgangsweise nach Sektionen, innerhalb der Sektionen dann nach Signaturen, und mit Indizes und Protokollen benützbar. Nur in den ersten Jahren wurden die Akten in einigen Sektionen zum Teil nur nach Zahlen, nach Abteilungen und teilweise in so genannten Sammelakten abgelegt. Für diese Jahre wurde ein eigenes Signaturen- und Abteilungsverzeichnis angefertigt, um die oft etwas verwirrende Art der Hinterlegung, die ihren Grund auch in der zuvor dargestellten oftmaligen Umgestaltung des Ministeriums hatte, etwas übersichtlicher zu präsentieren. Dieses Verzeichnis liegt wie auch das Aufstellungsverzeichnis im Benützersaal des Staatsarchivs auf. 285