Gertrude Enderle-Burcel, Dieter Stiefel, Alice Teichova (Hrsg.): Sonderband 9. „Zarte Bande” – Österreich und die europäischen planwirtschaftlichen Länder / „Delicate Relationships” – Austria and Europe’s Planned Economies (2006)
Christoph Boyer: Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland (SBZ) bzw. der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) (1945-1989/90)
liberalisiert. 1985 stammten über 54 Prozent der Exporte und mehr als 61 Prozent der Importe aus den Ländern der Gemeinschaft; etwa 40 Prozent der Importe und 30 Prozent der Exporte wurden mit der Bundesrepublik abgewickelt. Westdeutschland war der weitaus wichtigste Handelspartner und der größte Investor; das Netz persönlicher Beziehungen zwischen den Managern und Unternehmensleitungen beider Seiten war dicht geknüpft. Der Schilling war eng an die Mark gekoppelt. Prangerte die DDR diesen Komplex von Beziehungen auch als Verletzung des im Staatsvertrag fixierten Verbots einer politischen und wirtschaftlichen deutsch-österreichischen Vereinigung an, so gelangten doch in der Folge dieser ökonomischen entente cordiale die österreichisch-ostdeutschen Wirtschaftsbeziehungen über den Status einer second-best Lösung nie hinaus.3* Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Sowjetischen Besatzungszone BArch-B, DL 2, VA 3 773, Botschaft der DDR in der Republik Österreich, Perspektiven der Österreichischen Wirtschaftsentwicklung, 17.12.1985. - Ebenda, Dies./Handelspolitische Abteilung, Fortschreibung der vorausschauenden Einschätzungen über die wirtschafts- und handelspolitischen Aktivitäten Österreichs im 1. Halbjahr 1986, 5.6.1986. - Ebenda, Dies., Entwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der BRD, 25.11.1986. - Ebenda, Dies., Österreich und die Integrationsbestrebungen in der EG, 5.12.1986. 183