Gertrude Enderle-Burcel, Dieter Stiefel, Alice Teichova (Hrsg.): Sonderband 9. „Zarte Bande” – Österreich und die europäischen planwirtschaftlichen Länder / „Delicate Relationships” – Austria and Europe’s Planned Economies (2006)

Gertrude Enderle-Burcel: Josef Dobretsberger - ein politischer Grenzgänger im Ost-West-Handel

Gertrude Enderle-Burcel Jahresbericht der RGW-Bank für 1966, das Transportwesen im RGW-Raum, Außenhandelskammem, Handelsvertretungen und Verkehrsgesellschaften, UdSSR, CSSR, Polen, Ungarn, DDR, Rumänien, Bulgarien, die Staatsfeiertage in den RGW-Ländem, Jugoslawien, Albanien; Überblick über die Wirtschaft der außereuropäischen planwirtschaftlichen Staaten, VR China, DVR Korea, DR Vietnam, Mongolische Volksrepublik, Kuba, Außenhandelsverbindungsstellen, Verzeichnis der am Osthandel interessierten österreichischen Firmen, Register (Ostwarenregister-Österreichisches Warenregister). Das Handbuch umfasste 470 Seiten. Besonders geschätzt wurden nach Angabe des Büros die Warenregister, ln den Ostländem konnten damit die Ministerien und Sachbearbeiter rasch jene Firmen eruieren, die die gesuchten Waren produzierten. Die westlichen Wirtschaftskreise fanden im Osthandelsbuch die Warenlisten sämtlicher langfristiger Osthandelsverträge Österreichs.*4 Im Aufbau kaum verändert folgten weitere Auflagen 1972, 1977 und 1982. ln den Auflagen waren über 1 000 Firmen angeführt. Ihr Produktions- bzw. Handelsprogramm und der Firmenwortlaut waren in Deutsch, Russisch und Englisch angegeben. Adressen, Telefonnummern, Telex und Telegrammadressen waren ebenfalls angeführt. Die Produkte konnten über ein deutsches, russisches und englisches Warenregister gefunden werden. Die letzten beiden Ausgaben wurden zunehmend in sämtlichen sozialistischen Ländern gratis verteilt. Die fünf Ausgaben des Handbuches „enthalten geradezu eine Firmenhistorie des österreichischen Osthandels“.84 85 Auf Grund der zahlreichen Publikationen des Büros für den Ost-West-Handel - die Mitteilungen, der Osthandel, der Wirtschaftsdienst und die fünf Handbücher - sind die Aktivitäten und Zielsetzungen gut dokumentiert. Weniger bekannt hingegen ist die personelle Zusammensetzung des Vereins, denn als solcher agierte das Büro rein rechtlich. Noch viel weniger ist letztlich über die Finanzierung der umfangreichen Vereinsaktivitäten bekannt. Trotz der regen Publikationstätigkeit des Büros, finden sich in den Publikationen nur wenige Angaben über die Zusammensetzung des Vorstandes und über die Mitglieder. Von der Gründung des Büros als Verein 1952 bis zu seinem Tod im Jahre 1970 war Dobretsbergers der Präsident. Weiters fungierte er als Eigentümer, Herausgeber, Verleger und für den Inhalt Verantwortlicher der Mitteilungen des Büros. Hier zeigen sich auch die Verbindungen des Büros zur KPÖ, da die Mitteilungen bis Mitte 1957 bei einer KPÖ nahen Druckerei namens Graphikon gedruckt wurden. Ab Mitte 1957 bis 1989 erfolgte der Druck bei A. Luigard, ein Verlagsuntemehmen, von dem in einer antikommunistischen Hetzschrift steht 84 Mitteilungen, Nr. 4, Anfang Dezember 1967, Jahrgang 16, S. 1 f „Handbuch des österreichischen Osthandels erschienen. 85 Mitteilungen, Nr. I, März 1982, Jahrgang 31, S. 9 „Das Neue-Alte Handbuch des österreichischen Osthandels.“ 146

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