Günter Dinhobl (Hrsg.): Sonderband 7. Eisenbahn/Kultur – Railway/Culture (2004)

II. Die Wahrnehmungen von Raum / The perceptions of space - Wolfgang König: Mit der Eisenbahn auf den Gipfel des Matterhoms

Bank einsetzte. Aus dem Blick einer derart erweiterten Perspektive lässt sich die - kontrafaktische - These formulieren, dass die Hochgipfelbahnen auch ohne den Widerstand der Naturschutzbewegung nicht gebaut worden wären. Der unmittelbare Einfluss der frühen Naturschutzbewegung - so das zusammenfassende Urteil - auf den Schweizer Bergbahnbau blieb also in der Vorkriegs- und Zwischenkriegszeit begrenzt. Allerdings kann vermutet werden, dass die durch den Heimatschutz und den Alpenclub vorgetragenen Argumente langfristig zu veränderten Haltungen gegenüber Bergbahnen beitrugen. Nach 1970 änderten sich im Gefolge der Umweltbewegung ohnehin die Einstellungen zu Gunsten des Naturschutzes." Die hier behandelte alte wie die neue Naturschutzbewegung dürften einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, dass bis zur Gegenwart keine Bergbahn auf einen Viertausender der Alpen führt, obwohl im Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegsjahrzehnte sich die ökonomischen Rahmenbedingungen viel günstiger gestalteten. Mit der Eisenbahn auf den Gipfel des Matterhoms " Vgl. Walter, François: Bedrohliche und bedrohte Natur. Umweltgeschichte der Schweiz seit 1800. Zürich 1996 (zuerst französisch 1990). 89

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