Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Georg Lehner - Monika Lehner genannte Beamte oft tagelang, auch bei schlechtem Wetter, die Ueberwachung auf Dampfern und Lichtem übernahm, der zweckmässige und zeitgerechte Nachschub von Proviant und Material für die gelandeten Truppen, sowie die schliessliche zeitraubende Verrechnung für das Landungs-Detachement haben die freie Zeit des Marine- Commissariats-Adjuncten vollauf in Anspruch genommen und hat er sich dieser Aufgabe durch Aufopferung eines guten Theiles der Nachtstunden und gewiss auch zum Nachtheil seiner Gesundheit in tadelloser Weise entledigt. Erst auf den chefärztlichen Antrag hin, welcher eine weitere Verwendung dieses Beamten im Seedienste ausschliesst, hat derselbe seine gewissenhafte und erfolgreiche Thätigkeit unterbrechen müssen.2602 Die Grabstätten der Gefallenen und Verstorbenen Den letzten Ruhestätten der im Laufe der Expedition nach Ostasien gefallenen beziehungsweise verstorbenen Angehörigen der Kriegsmarine wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Schon während der Ausreise der Schiffe hatte es Todesfälle gegeben: LSL Alfred Pruckmüller (S.M.S. „Zenta“), der in Colombo an akutem Leberabszess gestorben war,2603 wurde „in der katholischen Section der evangelischen Abtheilung des anglicanischen Friedhofes zu Colombo beerdigt.“2604 Der Gerent des k. u. k. Konsulates in Colombo, Victor Rottauscher von Malata2605 hatte dort einen einfachen Grabhügel aufführen lassen, den ,glicht einmal ein Kreuz“ schmückte. Man rechnete stets darauf, dass die Angehörigen des Verstorbenen, mit welchen Herr von Rottauscher darüber in Correspondenz steht, sich entschliessen werden, eine würdige Grabstätte zu errichten.2606 Der Heizer Johann Nacinovich (S.M.S. „Zenta“), der am 1. Juli 1900 in Shanghai verstorben war, wurde auf dem dortigen christlichen Friedhof beerdigt. Der Grabhügel „ist gut in Stand gehalten, der Rand desselben mit Rasen belegt und mit einem Grabsteine versehen [,..]“2607 Matrose Franz Bmabic-Hecko (S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“), der am 5. Juli 1900 in Aden verstorben war, wurde vom dortigen Quarantäne-Lazarett begraben. Matrose Josef Deste (S.M.S. „Zenta“), der erste Angehörige der Kriegsmarine, der in China gefallen war, war am 22. Juni 1900 im Arsenal von Xigu provisorisch bestattet worden. Wegen der exponierten Lage der Grabstätte wurde das Etappenkommando in Tianjin angewiesen, den Leichnam noch im Winter zu exhumieren und nach Tianjin zu überführen. 2608 “2 KA, MS/PK 1901-VIII-4, No. 2 126, fol. 36r-36ï und 42 ', EciO an RKM/MS, Woosung, 22.6.1901. 2603 Statistischer Sanitätsbericht der k. u. k. Kriegs-Marine für die Jahre 1900 und 1901, Wien 1902, S. 91. Pruckmüller war schon Ende 1899 mit Zenta nach Colombo gekommen. 2604 KA, MS/PK 1901 -XII-14, No. 958, fol. 6r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 358/m, Shanghai, 3.3.1901. 2605 Zur Biographie: HHStA, A R. F 4/293, 1/17. [Eigenhändiges] Memorandum des V. Rottauscher von Malata, Colombo, 1.3.1904. [Das Memorandum enthält eine biographische Skizze bis 1904], 2606 KA, MS/PK 1901 -XII-14, No. 958, fol. 6, ECiO an RKM/MS, No. 892/m, Shanghai, 3.3.1901. 2607 Ebenda, fol. 1\ECiO an RKM/MS, No. 892/m, Shanghai, 3.3.1901. Das Grab wurde Ende 1900 noch unversehrt vorgefünden, „da es etwas abseits der übrigen Gräber liegt, welche in ffevlerischer Weise seitens der Chinesen entweiht wurden, die die Gebeine der 652

Next

/
Oldalképek
Tartalom