Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Die Heimkehr Am 17. September gieng k. und k. Linienschiffs-Capitän Victor Ritter Bless von Sambuchi nach Peking ab, um das Commando sämmtlicher von der k. u. k. Escadre gelandeten Detachements zu übernehmen; auf diesen Posten hatte ich den Genannten bestimmt, damit Oesterreich-Ungarn in Chili [Zhili], wo fast alle fremden Contingents- Commandanten im Generals-Range standen, durch einen höheren Stabsofficier vertreten sei. Am 19. September v. J. erhielt der auf dem Marsche nach Peking befindliche Linien­schiffs-Capitän Victor Ritter Bless von Sambuchi in Tientsin durch den Generalstabschef des russischen Expeditions-Corps die Mittheilung, dass ein Angriff russischer und deutscher Streitkräfte auf die Peitang [Beitang]-Forts unmittelbar bevorstehe. Den vom Linienschiffs-Capitän Victor Ritter Bless von Sambuchi sofort aus eigener Initiative getroffenen richtigen Dispositionen ist es zuzuschreiben, dass ausser seiner eigenen Bedeckungs-Mannschaft noch die Mannschaften der Etapen von Tientsin und Tongku und der Flaggenwache von Taku zu einem Detachement vereinigt wurden, rechtzeitig gegen die Peitang [Beitang]-Forts abgiengen und an deren Besetzung Antheil nahmen. Am 27. September v. J. traf der Genannte in Peking ein und erreichte durch seine unermüdliche Thätigkeit, dass die Unterkünfte für das Detachement zweckentsprechend ausgestaltet, sowie alle für dessen Ueberwinterung nothwendigen Adaptierungen und Massnahmen in vortrefflicher Weise durchgeführt wurden. Durch vorzügliche Dispositionen für alle Verwendungen des k. u. k. Detachements bei den mannigfachen und schwierigen Aufgaben desselben, durch umsichtige Ausnützung und Erweiterung der Trainnittel, durch Handhabung der strammsten Disciplin, gelang es Linienschiffs- Capitän Bless von Sambuchi, die Leistungen des Detachements auf einen Standpunkt zu heben, der auch vom Armee-Oberccommandanten, General-Feldmarschall Grafen Waldersee und verschiedenen hohen Officieren fremder Heere als mustergiltig [sic!] anerkannt wurde. Die Aufrechterhaltung der besten Beziehungen mit den verschiedenen Contingents- Commandanten, die takt- und verständnisvolle Vertretung der Interessen des k. und k. Detachements bei allen schwierigeren Anlässen, welche ein besonderes Einvernehmen erheischten, sind weitere persönliche Verdienste des k. und k.. Linienschiffs-Capitäns Victor Ritter Bless von Sambuchi, welche nicht unerwähnt bleiben können. Alle diese hervorragenden Leistungen unter schwierigen, besondere Anforderungen stellenden Verhältnissen veranlassen mich, den k. und k. Linienschiffs-Capitän Victor Ritter Bless von Sambuchi für das Ritterkreuz des Leopold-Ordens mit der Knegsdecoration zu beantragen.2586 Tatsächlich kann die logistische Leistung, die der Stab unter der Führung LSK Bless' von Sambuchi erbrachte, gewürdigt werden: Die Escadre kam auf der Reede vor Dagu voll einsatzfähig an, und die Mannschaften waren gut geübt. Doch in diesem Fall entsprach die Auszeichnung nicht dem Antrag Montecuccolis, LSK Bless von Sambuchi erhielt den Orden der Eisernen Krone 3. Classe mit der Kriegs-Decoration.2587 LSL 1. CI. Victor Wickerhauser hatte das von S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ am 9. August ausgeschifft Detachement nach Beijing geführt, wobei er zahlreiche Hindernisse (u.a. Regenzeit, Beschaffung von Transportmitteln) mit Bravour meisterte. Vom 17. August bis zum 17. September fungierte er als 2586 KA, MS/PK 1901-VIII-4/10, MS/PK No. 2 454, fol. 37r-38\ Allerunterthänigster Vortrag des treugehorsamsten Chefs der Marine-Section des Reichs-Kriegs-Ministeriums und Marine- Commandanten, Budapest, 8.9.1901. [Hervorhebungen im Original, die punktiert unterstrichene Passage wurde von Montecuccoli eigenhändig eingefügt.]. ZS87 Verordnungsblatt für das k. u. k. Heer, No. 28 vom 12.9.1901, S. 389. 649

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