Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Georg Lehner - Monika Lehner Kohlenschoppen angelegt. Die Gesellschaft hält sowohl einen grösseren Kohlenvorrath an guter Cardiff Kohle zum gegenwärtigen Preise von 44 Shilling, als auch Sumatra Kohle. Letztere ist eine Art Braunkohle und für Schiffe minder verwendbar. Die Gesellschaft hat in letzerer Zeit 400 chinesische Kulis angeschafft, die Einschiffung der Kohle geht nicht sehr rasch von statten. S.M. Schiff „Zenta“ beendete die Kohlenergänzung noch am Abend des 24[.] August, S.M. Schiff „Kaiserin Elisabeth“ [...] konnte erst um 5 3/4 Uhr p. m. an die Anlegestelle verholt werden. Die Kohlenergänzung wurde auf diesem Schiffe um 6 Uhr a. m. des 25. begonnen und waren um 11 Uhr a. m. 230 Tonnen eingeschifft, daher per stunde blos 46 Tonnen. Nebst dieser Kohlenmagazine befindet sich in Sabang gegenwärtig eine kleine Reparaturwerkstätte und wird eine Eisfabrik gebaut die in zwei Monaten betriebsfähig werden soll. Zur Bewachung der ganzen Anlage hat die holländische Regierung hier eine Abtheilung von 70 Mann Infanterie unter Commando eines Hauptmannes stationiert, die auf dem Höhenrücken oberhalb des kleinen Ortes in verschanzten Baraken untergebracht ist. Geschütze sind gegenwärtig keine vorhanden, doch sollen im nächsten Jahre drei Batterien zur Befestigung des Ortes gebaut werden.24’6 Die Schiffe verließen die Kohlenstation auf Sabang am 25. August2476 2477 und nahmen Kurs auf Colombo. Am ersten Tag waren Wind und Seegang eher mäßig, am zweiten und dritten Tag erreichte der Monsun Windstärke 6 und flaute erst unterhalb Ceylons ab. In Colombo, wo die Schiffe am Vormittag des 29. August anlegten, war ein mehrtägiger Aufenthalt vorgesehen.2478 Hier erhielt KA Montecuccoli eine Depesche des Marine-Commandos: „Eintreffen Escadreschiffe Pola Ende September spätestens Anfangs Oktober erwünscht.“2479 Während des Aufenthaltes in Colombo sollten auf beiden Schiffen die Maschinen und die Kesselanlagen gereinigt und instand gesetzt werden2480 und die Schiffe generell gereinigt werden - entsprechend der Bestimmung im Dienstreglement: 2476 KA, MS/OK 1901-V-5/19, No. 2 343, fol. 148v-149r, Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 863/M , Colombo, 1.9.1901. 2477 Die Schiffe waren um 11.30 Uhr dampfklar und liefen mit einer Geschwindigkeit von 11 Knoten. Beim Auslaufen der k. u. k. Schiffe zeigte das niederländische Kanonenboot „Edi“ das internationale Signal „Glückliche Reise“, wofür S.M.S. „Maria Theresia“ dankte, während die Escadre-Musik beim Auslaufen die niederländische Hymne spielte. (KA, MS/OK 1901-V-5/19, No. 2 343, fol. 148M49', Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 863/M, Colombo, 1.9.1901). 2478 Am 30. August 1901 liefen die Lloyddampfer „Gisela“ und „Trieste" den Hafen Colombo an, „wurden jedoch wegen einiger Fieberfalle an Bord, bis zum Auslaufen unter Quarantäne gesetzt.“ (Ebenda, fol. 149v, Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 863/M , Colombo, 1.9.1901). 2479 KA, MS/OK 1901-1-1/1, No. 2 081, fol. 59', Marine-Commando an Montecuccoli, [ohne Nummer] Wien, 30.8.1901. Auf dem Konzept findet sich auch eine überschlagsmäßige Berechnung des Ankunftstermines, ln dieser wird die Distanz Colombo-Pola mit 5 240 sm angegeben (Colombo- Aden auf der Südwest-Monsun-Route 2 540 sm, Aden-Port Said 1 400 sm, Port Said-Pola 1 300 sm). Bei einer angenommenen Tagesdistanz von „nur 250 sm täglich“ bedeutete das 21 Fahrttage, wozu die Aufenthalte in Colombo (7 Tage) und zum Kohleneinnehmen (4 Tage) kamen, also insgesamt 32 Tage. Die Ankunft in Colombo war am 29. 8.1901 erfolgt, bis zum 30. September blieben daher 33 Tage. 2480 KA, MS/OK 1901-V-5/20, No. 2 410, fol. 153', Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 882/M, In See, 16.9.1901. 634

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