Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Georg Lehner - Monika Lehner und sollte am Bund von Guangzhou an zwei Bojen von „Jardine, Matheson & Co.“ vor Anker. Dabei kam es zu einem kleineren Zwischenfall: Obwohl sich an Bord S.M. Schiffes ‘Zenta’ nebst des Lotsen ein Vertreter des Hafenamtes befand, wurde das Schiff in dem engen Fahrwasser durch unrichtiges Passieren eines im Flusse vertäuten Dampfers in eine Lage gebracht, dass es vorzeitig ankern musste, ohne die Bojen zu erreichen und hierauf durch den kräftigen Fluthstrom gegen den deutschen Dampfer ‘Quarta’ gedrückt, an dessen Steuerbord-Ankerkette S.M. Schiff ‘Zenta’ mit dem Backbord-Propeller hängen blieb. Die Arbeiten zur Freimachung des Schiffes und des Verholens an die genannten Bojen nahmen infolge des durch eine Unzahl von Dschunken sehr beengten Raumes und wegen der Stromverhältnisse die ganze Nacht bis 7 Uhr a. m. in Anspruch.2466 Am nächsten Tag (6. August 1901) verließ das Schiff am Nachmittag Guangzhou und erreichte Hong Kong [Xianggang] kurz vor Mitternacht nach siebenstündiger Fahrt. Der letzte Tag in diesem Hafen (7. August 1901) war wieder mit Besuchen und Gegenbesuchen ausgefüllt und um 17.30 Uhr liefen die Schiffe mit Ziel Singapore aus.2461 KA Montecuccoli wollte das Gebiet der Taifune so schnell wie möglich verlassen und ließ daher mit 12,5 sm Geschwindigkeit (12,5 Knoten = 23,15 km/h) fahren. Der starke Südwestmonsun und die heftigen Regenböen flauten erst südlich von Saigon - auf etwa 11° nördlicher Breite - ab, die Reise verlief jedoch ohne besondere Vorfälle. Nach 5 Tagen erreichten die Schiffe Singapore, sie sichteten um 14.00 Uhr das Horsburgh-Leuchtfeuer und ankerten um 16.57 Uhr auf der Reede.* 2468 Unter den zahlreichen Besuchern war auch der Vertreter des k. u. k. Generalkonsuls, Herr von Pustan. KA Montecuccoli stattete dem Vertreter des Gouverneurs von Singapore, Deputy Governor W. Sneyd-Kynnersley einen offiziellen Besuch ab, wobei er „beim Betreten des Landes von einer Ehrencompagnie mit Musik empfangen wurde.“2469 Beide Schiffe begannen am 16. August mit der Kohlenergänzung.2470 S.M.S. „Kaiserin Elisabeth nahm im Laufe des Tages 480 Tonnen Kohle an Bord, S.M.S. „Zenta“ bis zum folgenden Morgen 370 Tonnen.2471 Ebenda, fol. 141, Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 838/M, Singapore, 16.8.1901. „Als die k. und k. Schiffe von den Bojen in Bewegung setzten, eilten die Bemannungen der englischen Schiffe auf Signalbefehl des Flaggenschiffes an die Salutstationen und brachten drei Hurrah-Rufe aus, während „Glory“ mit der Commandoflagge dreimal grüsste. Ich liess diesen herzlichen Abschiedsgruss mit Signal von beiden Schiffen aus in gleicher Weise erwidern, die Musik des Flaggenschiffes intonierte hiebei die englische Hymne.“ (KA, MS/OK 1901 -V-5/18, No. 2 291, fol. 142', Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 838/M, Singapore, 16.8.1901). KA, MS/OK 1901 -V-5/18, No. 2 291, fol. 142v, Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 838/M, Singa­pore, 16.8.1901. 2470 Zu diesem Zweck wurden die Schiffe in den inneren Hafen gebracht und an den Tanjong Pagar Wharves vertäut. KA, MS/OK 1901-V-5/19, No. 2 343, fol. 147', Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 863/M , Colombo, 1.9.1901. 2471 Ebenda, fol. 147. 632

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