Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Die Heimkehr Begeisterung erweckt hatten, wie ich sie jedem Commandierenden im Ernstfälle nur wünschen kann.2454 In seinem Tagebuch schrieb er über diese Momente: Um 2 h 20 m hißte ich meine Flagge auf Elisabeth u[nd] um 2 h 40 dampften Elisabeth und Zenta unter den Klängen des Radetzky Marsches, drei Hurrah, welche sich die Mannschaften brachten u[nd] dem Salute der Mar[ia] Theresia] langsam aus der Rhede. Für mich [...] war es ein banger Moment u[nd] ich muß gestehen, daß als ich auf dem Achterf...] stand [...] ich so manche Thräne unterdrücken mußte. Langsam vergrößerte sich die Distanz u[nd] getrennt mußte werden - ich gieng nach vorne - es gieng in die Heimath. Mit welchen Gefühlen? Gewiß keinen solchen, wie ich sie stets [?] früher hatte.2455 Der neue Kommandierende der k. u. k. Schiffe in Ostasien Mit dem Auslaufen von S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ und S.M.S. „Zenta“ war die k. u. k. Escadre in Ostasien formell aufgelöst, und LSK Anton Elaus2456 2457 als ranghöchster der verbleibenden Kommandanten das Kommando über die verbleibenden Schiffe.2451 Er wandte sich umgehend an den k. u. k. Gesandten in Beijing und informierte ihn über die neue Entwicklung: Ich beehre mich, E.H. ergebenst mitzutheilen, dass gestem Nachmittag 3 Uhr der bisherige Escadre-Commandant in Ostasien, Herr k. u. k. Contre-Admiral Rudolf Graf Montecuccoli-Polinago mit den Schiffen „Kaiserin Elisabeth u. Zenta“ von Chefoo [Zhifu/Yantai] aus die Heimreise angetreten hat, ich den Befehl über die in China verbleibenden Schiffe „K. u. k. Maria Theresia“, „Aspern“ u. „Shun-yuen“ übernommen habe und heute Vormittag mit dem erstgenannten Schiffe auf der Taku-Rhede [...] eingetroffen bin [...]. Bis zum Eintreffen der vom k. u. k. Marine-Commando für mich erlassenen Instructionen, von denen ich E. H. unverweilt eine Abschrift übersenden werde, gedenke ich mich im Golfe von Pechili [Bei Zhili] u. in den nächsten Gewässern zur Verfügung Euer Hochw. zu halten. [...].2458 2454 KA, MS/OK 1901-V-5/17, No. 2 121, fol. 135', ECiO an RKM/MS, Res.Nr. 811/M. Vorfallenheitsbericht für die Zeit vom 16.7. bis 28.7.1901 (In See, 28.7.1901). 2455 KA, B/830, Aufzeichnungen für den 28. Juli 1900, S. 243. 2456 KA, Qualifikations-Gmndbuchsheft Anton Haus, No. 1 915. LSK Haus (Rang vom 1.1.1901) war seit 1898 Vorstand der II. Abteilung des Marinetechnischen Komités gewesen hat hatte vom 12.5.1900 bis zum 1.5.1901 S.M.S. „Donau“ kommandiert. Am 12.5.1901 übernahm er das Kommando S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“, das er bis 29.1.1902 führte. Nach einem längeren Urlaub wurde er am 17.12.1902 Vorstand der Präsidal-Kanzlei des RKM. Zu seiner Biographie vgl. jüngst: Paul G. Halpern, Anton Haus. Österreich-Ungarns Großadmiral, Graz/Wien/Köln 1998. 2457 ln Haus’ Tagebuch steht unter dem 22. Juni 1901: „[. ..] Kurze Zeit darauf läßt mich der Admiral rufen und teilt mir mit, daß laut Marine-Kommando Telegramm er mit „Elisabeth“ und „Zenta“ einberufen wird und ich mit den anderen 2 Schiffen in Ostasien zu bleiben habe, als ranghöchster Befehlshaber. Die Nachricht überrascht mich sehr, aber doch nicht so, daß der Admiral merken könnte, ob es mir angenehm oder nicht angenehm ist, was ich beinahe selbst nicht weiß. Jedenfalls wird es dann mit dem ruhigen Leben als Flaggen-Kapitän vorüber sein. Dem Admiral ist die Einberufung jedenfalls sehr unangenehm, daher um wenigstens einen Monat verfrüht [...]“ KA, B/24L5/VI, S. 35. Bei Halpern (1998), S. 36, ist diese Stelle aus dem Tagebuch fast wörtlich wiedergegeben, jedoch nicht als Zitat ausgewiesen. 2458 KA, Schiffsakten „Maria Theresia“ 1901/2, [rote Nr. 141], Haus an Czikann, Res. No. 141, Taku- Rhede, 29. 7.1901 (Konzept). 629

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