Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Georg Lehner - Monika Lehner und S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ zur Kohlenergänzung nach Weihaiwei gehen, worauf Ende Juli die Heimreise angetreten werden sollte.2430 Auf der Heimreise wollte KA Montecuccoli die folgenden Häfen anlaufen: Hongkong vom 7. bis 10. August (Aufenthalt von dem Stande der Pestepidemie abhängig), Singapore vom 16. bis 20. August, Pulo Penang vom 22. bis 23. August (diesen Hafen würde ich berühren, um die Ueberfahrt über den westlichsten Theil des indischen Oceans hauptsächlich wegen S.M. Schiffes ‘Kaiserin Elisabeth’ erst gegen die Mitte des Monats September zu verlegen), Colombo vom 1. bis 9. September (Kesselreinigung), Aden vom 18. bis 19. September, Port Said 26. bis 29. September. Die Ankunft im Centralhafen dürfte daher in den ersten Tagen des Monats Oktober [sic!] erfolgen.2431 Die folgenden Wochen standen ganz im Zeichen der bevorstehenden Auflösung der Escadre. Am 1. Juli 1901 waren die vier Schiffe der Escadre quasi in alle Winde zerstreut: S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ ankerte auf der Reede von Dagu, S.M.S. „Zenta“ lag in Yantai/Zhifu und hatte telegraphisch Befehl erhalten, am 2. Juli nach Dagu abzugehen, und S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ und ,Aspern“ steuerten, von Shanghai kommend, gegen Shandong Promontory mit Ziel Dagu. Am 3. Juli 1901 ankerten die beiden Schiffe auf der Reede von Dagu in Carré-Form mit S.M.S. „Zenta“ und S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“.2432 An diesem Tag erfolgte die Kommandoübergabe auf S.M.S. „Zenta“: FK Alois Edler von Kunsti löste LSL Wilhelm Freiherr von Eiseisberg ab.2433 2434 KA Montecuccoli reiste am 3. Juli nach Tianjin und Beijing ab, um sich vom Gesandten zu verabschieden und vor seiner Abreise noch einmal die Arbeiten auf dem Gesandtschaftsterrain zu überprüfen, speziell die Bauarbeiten für die Unterkünfte der Gesandtschaftswache und die Verteidigungsanlagen der Gesandtschaft. Die Wichtigkeit dieser und der noch weiters durchzuführenden Arbeiten, welche mangels irgend einer sonstigen Hilfskraft gänzlich in die Hände des k. und k. Landungs- Detachement-Commandanten gelegt sind, haben mich überzeugt, dass die Ablösung des k. und k. Corvetten-Capitäns Oskar Gassenmayr gegenwärtig nicht angezeigt wäre. 34 Gassenmayr wurde in Beijing belassen, KA Montecuccoli nahm Bitten der Mannschaft entgegen und traf ein letztes Mal mit dem Gesandten zusammen. Über 0 Eine Verzögerung hätte sich nur ergeben können, wenn bei der routinemäßigen Untersuchung des Schiffsbodens von S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ zu starker Ansatz festgestellt worden wäre. Aus ökonomischen Gründen (Reduktion des Kohlenverbrauches auf der Heimreise) hätte Montecuccoli Nagasaki angelaufen, wo die Dockung in drei Tagen bewältigt worden wäre. (KA, MS/OK 1901-1- 1/1, No. 1 787, fol. 54v-55r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 671/M, Woosung, 29.6.1901). 2431 Ebenda, fol. 55', ECiO an RKM/MS, Res. No. 671/M, Woosung, 29.6.1901. 2432 KA, MS/OK 1901 -V-5/17, No. 2 121, fol 127, ECiO an RKM/MS, Res.Nr. 760/M. Vorfallenheitsbericht für die Zeit vom 1.7. bis 15.7.1901 (Taku-Rhede, 16.7.1901). 2433 Ebenda. 2434 KA, MS/OK 1901-V-5/17, No. 2 121, fol. 128v, ECiO an RKM/MS, Res.Nr. 760/M, Vorfallen­heitsbericht für die Zeit vom 1.7. bis 15.7.1901 (Taku-Rhede, 16.7.1901). 624

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