Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)
Notwendigkeiten Oder Interessen: Das Settlement In Tianjin und der Bau der Quartiere in Beijing
Zusammengehörigkeit der Gesammtanlage etwas einbüssen zu müssen. Eine angemessen angelegte Gartenanlage verbindet überdies auch die Bauwerke zu einem wohlgefälligen Ganzen.2402 Kowarski unterteilte seine Planungsarbeiten in acht Anlagen: das Gesandtschaftspalais (I), dahinter das Wirtschafts- und Dienerschaftsgebäude (II), etwas abseits das Gebäude des Gesandtschaftssekretärs (III) und das „diesem in Allem ganz gleiche“ Elevengebäude (IV); dazu kamen Stallungen und Remise (V), Brunnenanlage (VI) und Kanalisation (VII) sowie ,3eschüttungen, Terrassen, Wege, Einfriedungen und Wege“ (VIII). Auf die Gestaltung des Gesandtschaftsgebäudes verwandte Kowarski besondere Sorgfalt: Das Gebäude sollte nur zum Teil unterkellert werden, der Keller aber eine lichte Höhe von drei Metern aufweisen und etwa 80 m2 nutzbare Lagerfläche haben, wozu noch ein Putzgang zu den Rauchfangen in der Länge des darüber befindlichen Korridors kam. Das Parterre sollte eine lichte Höhe zwischen 4 und 5 Metem aufweisen, der erste Stock war etwas niedriger, der Dachboden sollte eine 2 Meter hohe Auftnauerung erhalten. Alle Mauern sollten aus „guten“ beziehungsweise „neuen“ Ziegeln errichtet werden, wobei die Fundamente, das Kellermauerwerk und das Parterremauerwerk mit „Portlandcementmörtel“, das Mauerwerk des ersten Stocks und des Dachbodens mit „Weisskalkmörtel“ ausgeführt werden sollten. Das Dach sollte mit feuersicheren Asbestplatten gedeckt werden, Firste, Säume und Rinnen in Zinkblech ausgeführt werden. Das Gebäude sollte gegen Bodenfeuchte isoliert werden und „drei Blitzableiter!,] die über der Mitte und über den Quertrakten die Anlage sichern“, haben.2403 Das Parterremauerwerk und das Mauerwerk im ersten Stock sollte „einen groben und einen feinen hydraulischen Mörtelverputz“ erhalten, das Dachbodenmauerwerk „einmal beworfen und 2 mal geweissigt“ werden. Alle Kaminmauem sollten aus „gut gebrannten, ausgesuchten Ziegeln in Portlandzementmörtel gebaut“ und mit Portlandcementmörtel verputzt werden. Alle „bewohnbaren Räume“ sollten „Eichenbrettlboden auf Blindboden“, die Nebenräume weichen Schiftboden2404 erhalten, Vestibüle, Stiegenhaus und Galerie mit „Granitoterrazzo, Xylolith oder mit einem diesem gleichwertigen Materiale gepflastert werden. Die Tischlerarbeiten sollten in Föhrenholz ausgeführt und zweimal mit Ölfarbe gestrichen werden, die Türen mit Messingbeschlägen versehen werden. Wohnräume und Repräsentationsräume (d. h. „Centralhalle mit Oberlichte [u.j Säulenstellung; Empfangssalon; Speisesaal; Speisesalon; Gesandtenzimmer; Tanzsaal“) sollten tapeziert werden, Prunkräume darüber hinaus eine „flache Notwendigkeiten oder Interessen: Das Settlement in Tianjin und der Bau der Quartiere in Beijing Ebenda, fol. 268r. HHStA, A R. F 6/28, fol. 273'-274'. Wohl „Schiffboden“. 618