Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

Montecuccoli keine größeren Havarien bemerkte, hatte das Schiff im Eis gelitten, wie das betreffende „Schiffs-Commissions-Protocoll“2226 zeigt: [...] Die Beschlagbleche der Außenbeplankung sind soweit dies vom Boote aus gesehen werden konnte, von vome bis zur Längensection No. 26 an der Wasserlinie und knapp unterhalb derselben beiderbords beschädigt; 4 Platten fehlen, 7 sind losgetrennt und 32 zerschnitten, sowie theilweise aufgerollt. Der Versuch, den Sachverhalt durch Taucher feststellen zu lassen, mißlang, da diese bisher wegen großer Kälte nicht unter Wasser bleiben konnten. [...] Zwei Geländer-Ständer (verzinktes Eisen) des Backbord- Fallreeps wurden aus den Porrungen [sic!] losgerissen und gingen über Bord. [...] Zwei Entwässerungsrohre der Dampfpfeife und Sirene sind gesprungen. [...] 6 Lampenschutzgläser auf Deck und je ein rothes und ein weißes Glas der Topp- Signallateme sind gesprungen. [...] Der Außenbordanstrich, der Anstrich auf Deck, sowie der Anstrich der Takelage [...] ist zu Grunde gegangen. [...] Der Kautschuk der Stückpforten und der Seitenlichter ist durch die andauernde Kälte hart und brüchig geworden, der dichte Verschluß daher zum größten Theile mangelhaft.2227 Trotz dieser Schwierigkeiten kamen die österreichisch-ungarischen Schiffe mit den Verhältnissen in den ostasiatischen Gewässern recht gut zurecht und waren relativ selten gezwungen, zu größeren Reparaturen einzudocken. Die Landungsdetachements und Flaggenwachen der k. u. k. Escadre in Ostasien Die Tätigkeit der k. u. k. Escadre für Ostasien 1901 Das Detachement in Beijing Nach den Kreuzungen nach Japan und der Fahrt auf dem Changjiang lag die k. u. k. Escadre - mit Ausnahme von S.M.S. ,,Aspem“2228 — Anfang April 1901 wieder auf der Reede von Dagu.2229 Der Kommandant der Escadre, KA Montecuccoli, nützte den Aufenthalt für eine Inspizierung des Detachements in Beijing sowie für Unterredungen mit dem k. u. k. Gesandten und die Besichtigung der Stadt.2230 Am 1. April 1901 überschiffte er sich auf den k. u. k. Tender, um am folgenden Morgen die Reise nach Beijing per Bahn fortzusetzen.2231 Bei der Ankunft in Beijing wurde er vom Kommandanten des k. u. k. Detachements und von Vizekonsul Silvestri empfangen. Obwohl das Detachement für eine Unterkunft gesorgt hatte, nahm KA Montecuccoli die Einladung des k. u. k. Gesandten an, KA, Schiffsakten-Reihe, Schiffsakten „Maria Theresia“ 1901/III, [blaue Nummer] 291/1901, S.M.S. ,Aspem“, Kung-kung-tao, 1.2.1901. 2227 KA, Schiffsakten-Reihe, Schiffsakten „Maria Theresia“ 1901/111, [blaue Nummer] 291/1901, S.M.S. „Aspem", Kung-kung-tao, 1.2.1901. 222* Das Schiff befand sich im „International Dock“ in Shanghai. 2229 KA, MS/OK 1901 -V-5/11, No. 1 197, fol. 83', ECiO an RKM/MS, Res. No. 380/M, Taku-Rhede, 16.4.1901. 2230 Es war dies der erste Besuch Montecuccolis in Beijing. 2231 Wegen eines Sandsturmes verzögerte sich die Abfahrt um mehrere Stunden. Während des Sandsturmes fiel auf der Reede von Dagu „mit Sand vermengter Schnee“. (KA, MS/OK 1901-V- 5/11, No. 1 197, fol. 83\ ECiO an RKM/MS, Res. No. 380/M, Taku-Rhede, 16.4.1901). 567

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