Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

Georg Lehner - Monika Lehner „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ war bereit zum Auslaufen nach Qinhuangdao, um dort den Stand der Bauarbeiten an den Hafenanlagen in Augenschein zu nehmen. Dies war nur bei ruhiger See möglich, in der Nacht vom 27. auf den 28. März schlug das Wetter jedoch um und der drehende Sturm erreichte die Stärke 8.2146 Am folgenden Tag konnte die Fahrt fortgesetzt werden und nach einem kurzen Aufenthalt in Qinhuangdao erreichte das Flaggenschiff am 30. März die Rhede von Dagu, wo auch S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ und S.M.S. „Zenta“ vor Anker lagen.2147 Während sich KA Montecuccoli mit seinem Flaggenstab zu einer Inspizierung des Detachements, zu Unterredungen mit dem k. u. k. Gesandten - und auch zur Besichtigung der Stadt- nach Beijing begab, blieben die Schiffe dort auch in den ersten beiden Aprilwochen. Am 4. April wurde die Flaggenwache im Südfort von Dagu einer militärisch­administrativen Kontrolle unterzogen, wobei auch die Kommandoübergabe von SK 1. CI. Alexander Milosevic an SK 2. CI. Hermann Ritter von Jedina stattfand und die Mannschaft gewechselt wurde.2148 Die Kreuzung nach Siam Auf Ersuchen des k. u. k. Gesandten in Tökyö, der in Bangkok sein Beglaubigungsschreiben überreichen wollte, stellte das Escadre-Commando zu diesem Anlass ein Kriegsschiff. Nach dem Abschluss der militärischen Inspizierung auf S.M.S. „Zenta“ am 2. Januar 1901 entsandte KA Montecuccoli dieses Schiff. S.M.S. „Zenta“ verließ Kobe am 6. Januar 1901 und sollte zur Ergänzung des Kohlenvorrates Hongkong anlaufen, wo der Kommandant des Schiffes vom k. u. k. Gesandten von Ambro nähere Informationen für den Aufenthalt in Bangkok erhalten sollte.2'49 Auf telegraphischen Befehl vom Marinekommando2150 * stellte 2146 In dieser Nacht verlor S.M.S. „Zenta“ auf der Rhede von Dagu die Dampfbarkasse, die abgetrieben wurde. Am 29. März brachte ein Chinese die Nachricht, die Barkasse liege etwa 2,5 Meilen südlich der Forts am Strand. Diese Nachricht erwies sich als falsch, doch am 31.3. brachten zwei Dschunken die Dampfbarkasse auf die Reede: „Der Steven des Bootes ist gebrochen, 8 Stück von den 15 Luftcassons, dann fast alle Metallbestandtheile und einzelne Maschinenbestandtheile ausgeraubt. Die Dschunkenbesitzer, welche angeben, die Dampfbarkasse auf ungefähr 3 Seemeilen südlich vom Taku[Dagu]-Leuchtschiff in offener See schwimmend aufgefunden zu haben, erklären, dass dieselbe in dem ausgeraubten Zustande angetroffen wurde. Gegenwärtig ist die Dampfbarkasse nicht gebrauchsfähig.“ (KA, MS/OK 1901-V-5/10, No. 1 087, fol. 79, ECiO an RKM/MS, Res. No. 301/M, Taku-Rhede, 31.3.1901) Siehe dazu auch ebenda, fol. IT, ECiO an RKM/MS, Res. No. 301/M, Taku-Rhede, 31.3.1901. 2147 KA, MS/OK 1901-V-5/11, No. 1 197, fol. 83r, ECiO an RKM/MS, Res. 380/M, Taku-Rhede, 16.4.1901. 2148 Ebenda, fol. 83v, ECiO an RKM/MS, Res. 380/M, Taku-Rhede, 16.4.1901. 2149 KA, MS/OK 1901-V-5/5,No. 444, fol. 35r, ECiO an RKM/MS, Res No. 88/M, Mitsu, 16.1.1901. 2150 Siehe dazu: KA, MS/OK 1901 -IV-11 /2, No. 370. EciO an FK Karl Skala, Res. Nr. 16/M, Kobe, 4.1.1901. 548

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