Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

Georg Lehner - Monika Lehner Während des Aufenthaltes in Shanghai kam es zu einem Zwischenfall, bei dem S.M.S. ,Aspern“ beschädigt wurde: Am 27. Februar wurde S.M.S. ,Aspern“ kurz nach 8.00 Uhr von einem einlaufenden Dampfer2132 am Buge gestreift: Der Dampfer, welcher keinen Lootsen an Bord hatte, wollte vor dem Buge S.M. Schiffes „Aspern“ aufdrehen, setzte, als er sah, dass der Strom ihn voraussichtlich an den Bug drücken werde, mit ganzer Kraft an, kam aber nicht mehr vorbei, sondern streifte mit viel Fahrt ungefähr 70 Fuss vor seinem Achtersteven an den Bug der „Aspern“. Dieses Schiff verlor hiebei den Rammsteven, welcher sank.2133 Das beschädigte Schiff sollte am 2. März bei „Famham & Co.“ gedockt werden, wobei auch die durch Eis verlorenen Platten ersetzt werden konnten, sodass die Dockung bis in die zweite Märzhälfte dauern sollte. Auch auf S.M.S. „Zenta“ mussten dringende Reparaturen ausgefuhrt werden,2134 die ebenfalls „Famham & Co.“ durchführte. Unter diesen Umständen musste KA Montecuccoli die geplante Orientierungsfahrt den Changjiang aufwärts bis Nanjing nur mit dem Flaggenschiff antreten. S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ verließ am 5. März Shanghai, passierte die innere Barre und ankerte vor Wusong, um die Kohlenvorräte zu ergänzen. Am folgenden Nachmittag lief das Schiff in den Changjiang ein und fuhr bis Sonnenuntergang 50 Seemeilen stromaufwärts. Am 7. März passierte das Schiff die Befestigungsanlagen von Jiangyin, die - wie die anderen, an beiden Ufern befindlichen Befestigungsanlagen - photographiert und skizziert wurden. Hinter der Stromsperre bei Jiangyin lag der Großteil des Beiyang- und des Nanyang- Geschwaders. 2132 Dampfer der Indo-China-Linie .Macedonia“ (Firma Jardine Matheson). 2133 KA, MS/OK 1901-V-5/8, No. 776, fol. 59\ ECiO an RKM/MS, Res. No. 216/M, Shanghai, 28.2.1901. Der Rammsteven, nach welchem Taucher tagelang suchten, wurde am 1. März 1901 aufgefünden und mittels Dampfpontons gehoben, befand sich aber „in einem Zustande, der dessen Verwendung als solcher [d. h. als Rammsteven] nicht mehr zulässt.“ (KA, MS/OK 1901-V-5/9, MS/OK 985, fol. 64', ECiO an RKM/MS, Res. No. 263/M, Tsingtau, 16.3.1901). 2134 Beim Lichten des Ankers war in Hongkong [Xianggang] die Kupplungsscheibe der Backbordankerwinde gebrochen, ferner mußten die verbrannten Feuertürrahmen der Kessel ausgetauscht werden und die Flurplatten der Heizerräume erneuert werden. (KA, MS/OK 1901-V- 5/8, No. 776, fol. 59r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 216/M, Shanghai, 28.2.1901). 544

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