Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

Georg Lehner - Monika Lehner Bis zum 20. Januar konnte in Erfahrung gebracht werden, daß LSL Hoch am Nachmittag [des 19. Januar] in Miyajima angekommen war, die Escadre nicht mehr vorfand und nach Hiroshima zurückkehrte um dort die weiteren Schritte wegen seiner Reise nach Nagasaki zu unternehmen.2"3 Daraufhin ließ man über die Polizeidirektion Hiroshima eine Weisung an LSL Hoch übermitteln, er solle mit einem der Morgenzüge nach Takuyama abreisen, wo S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ bis 13.00 Uhr warten sollte. Unterdessen setzte das Flaggenschiff die Reise nach Nagasaki schon um 7.00 Uhr fort, um die gegen 11.30 Uhr besonders günstigen Strömungsverhältnisse in der „Strasse von Shimonoseki“ [Kanmon kaikyö] auszunützen. Auf der Fahrt durch die Meerenge wurde die Geschwindigkeit auf 13 Knoten gesteigert, nach der Ausschiffung des Lotsen jedoch auf 8 sm reduziert, um S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ das Herankommen zu ermöglichen. Hereinbrechendes Schlechtwetter, das die Sichtung der Leuchtfeuer zum Teil unmöglich machte, zwang das Flaggenschiff, während der Nacht „westlich von Hirada-shima und Ikutskishima“2"4 zu kreuzen, wohin auch S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ folgte. KA Montecuccoli notierte dazu in seinem Tagebuch: 21. Jänner Heute 1 hp. m. kamen wir in Nagasaki an. Wir hatten uns verspätet da ein scheußliches Wetter aus SO mit heftigem Regen uns zwang umzukehren. Man sah keine Leuchtfeuer, es war ein heftiger Strom, vor uns ein Archipel den ich nicht kannte, daher gebot die Raison umzukehren. Es war das erste mal daß ich es that. Auch beim Einlaufen war sehr trübes Wetter [,..].2113 2114 2115 * 2117 2118 Am folgenden Tag, dem 21. Januar, konnten beide Schiffe die Fahrt nach Nagasaki fortsetzen und ankerten um 13.00 Uhr im äußeren Hafen von Nagasaki. Später an diesem Tag rückte endlich auch LSL Theodor Hoch ein, der von Takuyama per Bahn nach Nagasaki einrückte.2"6 In Nagasaki sollten dringend notwendige Reparaturarbeiten am Flaggenschiff, am Hauptkondensator der Backbord-Maschine, durchgeführt werden, die Verhandlungen mit den Firmen „Mitsu Bishi“ und „Kodachi Engeneering & Shipbuilding Works“ blieben jedoch ergebnislos.2"7 Der Nachschub für die k. u. k. Escadre, den der am 27. Januar in Nagasaki fällige Lloyddampfer „Moravia“ transportierte, konnte erst Anfang Februar übernommen werden, da der Lloyddampfer erst am Nachmittag des 31. Januar eingelaufen war.2"8 2113 KA, MS/OK 1901-V-5/6, No. 621, fol. 41\ ECiO an RKM/MS, Res. No. 135/M, Nagasaki, 31.1.1901. 2114 Hirado-shima und Ikitsuki-shima, westlich Kyushu, siehe Nihon ni-kakokugo atorasu/Japan. A Bilingual Atlas, Kodansha International, Tokyo/New York/London, 66. Aufl. 1996, S. 12 C 4-5). 2115 KA, Nachlass Montecuccoli B/830, S. 150 f. 21,6 KA, MS/OK 1901-V-5/6, No. 621, fol. 42\ ECiO an RKM/MS, Res. No. 135/M, Nagasaki, 31.1.1901. 2117 Ebenda, fol. 43r-44r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 135/M, Nagasaki, 31.1.1901. 2118 E b en d a, fol. 45v, ECiO an RKM/MS, Res. No. 135/M, Nagasaki, 31.1.1901. 540

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