Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

DIE TÄTIGKEIT DER K. U. K. ESCADRE FÜROSTASIEN 1901 Die k. u. k. Escadre in Ostasien stieß während der Überwinterung auf vielfältige Probleme, die zum Teil mit unkonventionellen Mitteln gelöst werden konnten. Einzelne Aspekte der Tätigkeit der Escadre sollen im Folgenden detailliert untersucht werden. Die Kreuzungen in den ostasiatischen Gewässern Während des Aufenthaltes in den ostasiatischen Gewässern wurde die Ausbildung der Mannschaft planmäßig fortgesetzt - wobei nicht unbeachtet bleiben darf, dass diese zum überwiegenden Teil nicht aus Berufsoffizieren, sondern aus Wehrdienstleistenden bestand. Zu ihrer Ausbildung gehörten auch die Kreuzungen der jeweiligen Sommer-Escadre. Da die militärischen Aufgaben an Land im Wesentlichen erfüllt waren, wurden die Kreuzungen in den „Ostasiatischen Gewässern“ durchgefiihrt. Man brachte diplomatische Vertreter nach Siam, kreuzte in der japanischen Inlandsee [jpn. Naikai2070] und fuhr schließlich den Changjiang bis Wuchang (heute Teil von Wuhan2071) hinauf. Die erste große Kreuzung nach Japan 1900/1901 Die große Kreuzung nach Japan begannen das Flaggenschiff, S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“, und S.M.S. „Zenta“ am 19. November 1900. Die Schiffe verließen die Reede bei schönem Wetter, gerieten aber am nächsten Morgen in einen heftigen Sturm,2072 der ohne schwer wiegende Folgen blieb: S.M. Schiff „Zenta“ vollführte während des schlechten Wetters verhältnismässig geringe Bewegungen und hatte keine Havarien. Das Flaggenschiff hingegen nahm auf beiden Freidecken unausgesetzt Wasser über und gelangte das durch die Erker emporgeschnellte Wasser häufig in grossen Mengen selbst auf das Manöverdeck, wobei einige unbedeutende Havarien vorkamen.2073 Nachdem sich der Sturm in Laufe des 22. November legte und nur der normale Nordost-Monsun wieder einsetzte, konnte KA Montecuccoli mit S.M.S. „Zenta“, 2070 Meeresteil zwischen denn Inseln Honshü und Shikoku. 2071 Wuchang, der am Ostufer des Changjiang gelegene älteste Teil, das am anderen Ufer des Changjiang und südlich des Hanshui gelegene Hanyang und das nördlich des Hanshui gelegene Hankou, das mit dem Vertrag von Tianjin für den Außenhandel geöffnet worden war, wurden zur Stadt Wuhan zusammengefaßt. 2072 Am 20. November setzte bie Tagesanbruch Nordwind ein, der sich bis 11.00 Uhr zum Nordnordost- Sturm mit schwerem Seegang steigerte. (KA, MS/OK 1901-1V-5/1, No. 81, fol. lr, ECiO an RKM/MS, Res. No. 385/M, Kobe, 25.11.1900). 2073 KA, MS/OK 1901-V-5/2, Bericht No. 125, fol. IP, ECiO an RKM/MS Res. No. 399/M, Kobe, 30.11.1900. 531

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