Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)
Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten - Verlauf, Abschluss und Unmittelbare Folgen
Georg Lehner - Monika Lehner c) Maßnahmen zur Erleichterung der Schifffahrt auf dem Changjiang bis Chongqing. 2. ) Schifffahrt auf Binnenwasserstraßen. 3. ) Frage des lijin [eine Art von Binnenzoll] generell sowie damit zusammenhängende Probleme wie der Transit von Waren. 4. ) Frage der vom lijin ausgenommenen Zonen rund um die offenen Häfen. 5. ) Zulassung des Salzimports. 6. ) Verpflichtung fur chinesische Aktionäre ausländischer Gesellschaften ihre Beteiligungen wie die übrigen Aktionäre auszuüben. 7. ) Markenschutz für ausländische Erzeugnisse.1904 Um diese Verhandlungen wieder in Gang zu bringen und die chinesische Seite weiter unter Druck zu setzen, sollte die Forderung nach Änderung der Handels- und Schifffahrtsverträge in die gemeinsame Note aufgenommen werden. Einwände des russischen Vertreters, dies gehe über eine Wiedergutmachung der durch die Yihetuan-Bewegung verursachten Schäden hinaus, wurden von den Anderen nicht geteilt - Sir Emest Satow erklärte dezidiert, die chinesische Regierung habe versucht die Ausländer zu jagen und ihren Handel zu zerstören, weshalb auch dafür eine Entschädigung gerechtfertigt sei. Czikann schloss sich dieser Meinung an - „D’après lui, dans les propositions chinoises il n’y a pas de rapport entre l’indemnité de la révision des traités de commerce.“1905 Man einigte sich vorerst, nähere Instruktionen zu erbitten. Erst am 13. November wurde dieser Themenbereich wieder berührt, als erstmals über den Noten-Entwurf der Redaktionskommission beraten wurde. Nach längerer Diskussion einigte man sich auf die Formel: Le Gouvernement Chinois s’engage à négocier les amendements jugés nécessaieres aux traités de commerce et de navigation et à discuter les autres sujets touchant aux relations commerciales dans le but de les faciliter.1906 Artikel 12 - Die Einrichtung eines Außenministeriums und die Reform des Zeremoniells bei Audienzen Immer wieder hatten die Beziehungen zwischen China und anderen Staaten darunter gelitten, dass es bei der Regierung keine eindeutig definierte Anlaufstelle gab, da kein „Außenministerium“ existierte. Dadurch wurden schon eher einfache Formalitäten wie beispielsweise Antrittsaudienzen neu ernannter Diplomaten extrem schwierig. Daraus lässt sich die relativ hohe Priorität dieser Frage erklären, die bereits in einer der ersten Sitzungen diskutiert wurde. Nach kurzen Diskussionen, wurden 1904 ACNP, 4e séance, 5.11.1900 [10], 1905 ACNP, 5e séance, 5.11.1900 [12], 1906 ACNP, 8e séance, 13.11.1900 [23]. Im Protokoll dieser Sitzung trug der Artikel die Nummer 10. 496