Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Österreich-Ungarns Maritim-Militärische Präsenz in China: Vom Entsatz der Gesandtschaften bis Ende Januar 1901

Österreich-Ungams maritim-militärische Präsenz in China... aufzubringen. Diese Forderung konnte jedoch nicht erfüllt werden, sodass Junowicz nach der Zerstörung des Tempels von Xiaohongmen um 9 Uhr nach Taipingzhuang zurückkehrte. Dort ordnete er die Erschießung der beiden im Morgengrauen verhafteten lokalen Anführer der Yihetuan an. Um 11.30 Uhr kehrten die k. u. k. Matrosen und die italienische Abteilung wieder nach Nankou zurück.1573 In Nankou wurde nochmals eine Teilung der Expedition verfügt. Die Deutschen, die schon am 30. November nach Changping abgegangen waren, marschierten im Osten über Tangshan, die Italiener im Westen über Yangfang. Aufgabe des k. u. k. Detachements war es, die Verbindung zwischen diesen beiden Flügeln aufrechtzuerhalten, dazu erhielt Sajiz sechs Reiter zugeteilt.1574 Sajiz erhielt den Auftrag, den Rückmarsch so einzuteilen, dass er am 2. Dezember in Shahe, am 3. in Qinghe und am 4. Dezember um halb ein Uhr mittags unmittelbar vor dem Deshengmen, dem westlichen Nordtor der Tartarenstadt von Beijing, eintreffe. - In Shahe wurde das österreichisch-ungarische Kontingent vom Landungs-Detachement-Kommandanten Bless von Sambuchi empfangen. Bless von Sambuchi begleitete die aus Zhangjiakou zurückkehrenden Truppen am 3. Dezember auf ihrem Marsch bis Qinghe. Am 4. Dezember passierte das k. u. k. Detachement etwa vier Kilometer nördlich von Beijing gelegene Gehöfte, aus denen am 30. November ein Meldereiter beschossen worden war. Bei der Durchsuchung dieser Gehöfte wurden jedoch weder Waffen noch Munition gefunden. Um 10.30 Uhr traf das k. u. k. Detachement vor dem Deshengmen ein, das deutsche Kontingent kam eine halbe Stunde später an. Schließlich erreichten die Italiener um 11.30 Uhr den vereinbarten Treffpunkt.1575 Deutsche Regimentsmusik begleitete den Einmarsch der Schwadron und des k. u. k. Detachements. Das österreichisch-ungarische Detachement machte einen sehr befriedigenden Eindruck. Es ist gewiss nur einem Versehen zuzuschreiben, daß auch während des Vorbeimarsches der italienischen Infanterie, welche derk. u. k. Abtheilung folgte, der Radetzky-Marsch fortgespielt wurde.1576 Das österreichisch-ungarische Detachement rückte bei prächtigem Wetter kurz vor ein Uhr Nachmittag nach dreiwöchiger Abwesenheit wieder im Chongzhai ein. Außer einem komplizierten Beinbruch, einem schweren Fall von Durchfall und mehreren leichteren Atemwegsbeschwerden hatte das österreichisch-ungarische Detachement während der Expedition nach Zhangjiakou mit keinerlei 1573 KA, MS/OK 1901 -X-14/1, Nr. 692, LSF Junowicz an das k. u. k. Kompanie-Kommando, Peking, 30.12.1900. - Winterhaider (1902), S. 520 schrieb über die von Junowicz in Taipingzhuang und Xiaohongmen ausgeführten Operationen: „[...] zwei Rädelsführer wurden in ersterem Dorfe auch abgeurtheilt und erschossen, im zweiten konnten, da sich die gesuchten Individuen geflüchtet hatten, nur deren Häuser zum abschreckenden Beispiel eingeäschert werden.“ 1574 Vgl. dazu auch KA, MS/OK 1901 -X-14/1, Nr. 692, LSF Junowicz an das k. u. k. Kompanie- Kommando, Peking, 30.12.1900. 1575 KA, MS/OK 1901 -X-14/1, Nr. 692, LSL Heinrich Sajiz an LDP, Peking, 20.12.1900. 1576 KA, MS/OK 1900-XI-2/1, Nr. 443, ECiO an RKM/MS, Res. No. 89/m, Missionsbericht für die Zeitperiode vom 1. bis 15.1.1901, Mitsu, 16.1.1901. 429

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