Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)
Österreich-Ungarns Maritim-Militärische Präsenz in China: Vom Entsatz der Gesandtschaften bis Ende Januar 1901
ließ auch hier wie in allen weiteren als Nachtstation benützten Orten eine Etappe von einem Offizier und 40 Mann zurück.1553 Österreich-Ungams maritim-militärische Präsenz in China... Am 15. November trat das Korps den Weitermarsch an. In dem breiten, vom Guihe dominierten Tal war die Temperatur bereits unter den Gefrierpunkt gesunken und die Verkehrswege waren teilweise vereist.1554 Hauptmann Wöjcik berichtete, dass bei der Passierung vereister Wasserwege die schwache Eisdecke meistens einbrach und die Mannschaften so durch eiskaltes Wasser waten mussten. Tagsüber konnte die Temperatur bei Sonneneinstrahlung bis auf 15 °C ansteigen, bei bedecktem Himmel konnte sie aber auch auf -13 °C fallen. Die Nachttemperaturen lagen zwischen -6 °C und -14 °C. Über die Auswirkung dieser tiefen Temperaturen auf die Mannschaften schrieb Wöjcik: Aber nicht diese Kältegrade an und für sich, sondern der dabei herrschende, eisige Nordweststurm machte die Kälte fast unerträglich. Dabei führte der Sturm oft Massen von Staub mit sich, wodurch auch das Athmen und das Sehen erschwert wurde. Unter diesen Verhältnissen mussten sowohl Mannschaften, als auch Officiere zumeist in unbeheizbaren, zuweilen in halb zerstörten Häusern übernachten, wo der eisige Wind KA, MS/OK 1901-X-14/1, Nr. 692, LSL Heinrich Sajiz an LDP, Peking, 20.12.1900. - Winterhaider (1902), S. 516 schreibt, dass Deutsche und Italiener in den jeweiligen Nachtquartieren Etappen „in der Stärke von 30 bis 50 Mann“ zurückließen. KA, MS/OK 1901 -X-14/1, Nr. 692, LSL Heinrich Sajiz an LDP, Peking, 20.12.1900. - Die extremen Witterungsbedingungen erwähnt auch Löffler (1902), S. 26. 423 Abbildung 15: Chinesische Mauer