Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Vorwort

VORWORT Im Sommer 1900 rückte China in das Zentrum politischen Interesses. Der sogenannte „Boxeraufstand“ bedrohte Pläne der europäischen Mächte in Ostasien. Es entsprach dem Selbstverständnis Österreich-Ungams als europäische Großmacht, sich an der internationalen Intervention zur Unterdrückung der Unruhen zu beteiligen. Die vorliegende Studie ist das Ergebnis des vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung finanzierten Forschungsprojekts „Dimensionen der Beteiligung Österreich-Ungams an der internationalen Intervention zur Unterdrückung der Yihetuan-Bewegung in China 1900/01“ (P 11968-SOZ), das sich die Erforschung, Erschließung und Aufbereitung der österreichischen Quellen zur Teilnahme der Habsburgermonarchie an den verschiedenen Phasen dieser Intervention zum Ziel gesetzt hatte. Dabei ging es ausdrücklich nicht um eine Beurteilung der europäischen Intervention insgesamt, sondern dämm, erstmals für eine der im Sommer 1900 in China agierenden Mächte den Umgang mit den „Wirren in China“ zu zeigen. Die Darstellung, die sowohl die politisch-diplomatischen Abläufe als auch die maritim-militärischen Operationen berücksichtigt, basiert fast ausschließlich auf österreichischem Archivmaterial. Entsprechend der Zielsetzung des Projekts blieben Quellen aus anderen europäischen Archiven bewusst ausgeklammert. Auch chinesischsprachiges Material wurde primär zur Identifizierung von Personen und Ortsangaben herangezogen. In diesem Sinne erheben die Literaturangaben zur „chinesischen“ Dimension keinerlei Ansprach auf Vollständigkeit. Einzelne Ergebnisse der vorliegenden Studie wurden in Form von Vorträgen präsentiert: so im Rahmen des „Neuzeit-Kolloquiums“ am Institut für Geschichte der Universität Wien (21. April 1999), beim Symposium „Das Deutsche Reich und der Boxeraufstand“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau (23724. Juni 2000) sowie bei der Konferenz „1900: The Boxers, China and the World“ an der School of Oriental and African Studies (London, 22.-24. Juni 2001). Aus den Diskussionen, die in diesem Rahmen stattfanden, gewannen wir zahlreiche wertvolle Anregungen. Die Abschnitte über die Wahrnehmung der Vorboten der Unruhen in China, über die unmittelbare Einschätzung der Ereignisse des Sommers 1900 durch Beteiligte und Zeitgenossen, sowie das Kapitel über die maritim-militärische Präsenz der k.u.k. Kriegsmarine in Nordchina bis Ende Januar 1901 wurden von Georg Lehner geschrieben; die Teile über die Sondierungen der Mächte über die an China zu stellenden Friedensbedingungen, über die Verhandlungen zwischen China und den Mächten, der Abschnitt über die Tätigkeit und den Alltag der k.u.k. Marinedetachements sowie das Kapitel über die Auflösung der Eskader wurden von Monika Lehner verfasst. 13

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