Sonderband 4. Das Institutionserbe der Monarchie. Das Fortleben der gemeinsamen Vergangenheit in den Archiven (1998)

Manfred Stoy: Die Ausbildung von ungarischen Historikern am Institut für österreichische Geschichtsforschung

Dic Ausbildung von ungarischen Historikern am Institut für österreichische Geschichtsforschung schaftlichen Arbeiten bewegten sich auf dem Gebiete der neueren Geschichte Ungarns (Thököly, Wesselényi), später wandte er sich hauptsächlich der ungari­schen Geschichte des 14. und 15. Jhs. (Matthias Corvinus, Erben der Anjous) und den ungarischen Hilfswissenschaften zu. Bei den Hilfswissenschaften beschäftigte er sich vornehmlich mit der Heraldik wie z. B. mit den Wappenbriefen aus dem 15. Jh. Er arbeitete auch in ausländischen Archiven und Bibliotheken in Deutsch­land und Italien. 1889-1890 und 1898 weilte er im Vatikanischen Archiv und edierte die Korrespondenz von Matthias Corvinus mit den Päpsten. 1896 wurde er korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied der Historischen Kommission. 1899-1903 erschien die erste ungarische Bibliographie unter seiner Redaktion28. 10. Äldäsy Antal/Anton (1869-1932). 19. Ausbildungskurs 1891-1893. Mitgl. Nr. 154. Bedeutende Kursmitglieder: Vancsa Max (1866-1947, 1918 Direktor des nieder­österreichischen Landesarchivs. - Kaindl Raimund Friedrich (1866-1930, 1901 ao., 1904 o. Prof, für österreichische Geschichte an der Universität Czernowitz, 1905 o. Prof, in Graz. - Rollmann Manes (1863-1918,1902-1907 o. Prof, für Moraltheo­logie an der Universität in Freiburg/Schweiz. Lehrangebot: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Karolinger, Über Urkunden­fälschungen, Kritische Übungen im Anschluß an die Register Gregors VII., Lateini­sche Paläographie, Methodik der Geschichtsforschung, Archivkunde von Mühlba­cher. - Geschichte des Kaisertums und Papsttums im 11., 12. und 13. sowie im 14. und 15. Jh., Einführung in die Quellenkunde des 16. Jhs. mit besonderer Berück­sichtigung der österreichischen Geschichte, Allgemeine Geschichte im Zeitalter der Völkerwanderung, Lektüre österreichischer Geschichtsquellen des 15. Jhs. von Zeißberg. - Österreichische Geschichte, Anleitung zur historischen Forschung und Geschichte Europas 1806-1815 von Huber. - Einführung in die Wappenkunde von Rieger. Äldäsy kam kurz nach seinem Studium an das Institut für österreichische Ge­schichtsforschung und es wird behauptet, daß dort sein Interesse für das Mittelalter geweckt wurde. 1898 habilitierte er sich an der Budapester Universität und wurde 1912 zum Professor ernannt (Mittelalter und historische Hilfswissenschaften). Vor­her, von 1894-1912 war er Kustos bzw. Leiter des Archivs des Ungarischen Natio­nalmuseums. Am liebsten beschäftigte er sich in seinen Schriften mit dem Zeitalter Kaiser und König Sigismunds. So schrieb er über die Beziehungen König Sigis­munds zu Mailand und Venedig (1924), zu Spanien (1927), über die Besteuerung der Juden anläßlich der kaiserlichen Krönung Sigismunds (1916) etc. Mit Lajos Thallöczy veröffentlichte er ein Urkundenbuch über die mittelalterlichen Bezie­hungen Ungarns zu Serbien (1907). Für das „Handbuch der ungarischen Ge­schichtswissenschaft“ verfaßte er eine kleine Diplomatik der Papsturkunden, eine 28 Lhotsky: Geschichte, S. 192. - Äldäsy, Antal: Julius Schönherr. In: MIÖG 30 (1909) S. 216-218. - MÉL 2 (1982) S. 598. 58

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