Sonderband 4. Das Institutionserbe der Monarchie. Das Fortleben der gemeinsamen Vergangenheit in den Archiven (1998)

Manfred Stoy: Die Ausbildung von ungarischen Historikern am Institut für österreichische Geschichtsforschung

Die Ausbildung von ungarischen Historikern am Institut für österreichische Geschichtsforschung rische und orientalische Abteilung. Er trat als erster für die Einführung des Prove­nienzprinzips ein und hat darüber hinaus mit umfangreichen Inventarisierungsar­beiten begonnen. Das am Institut für österreichische Geschichtsforschung vermit­telte Wissen setzte er für die Arbeit an Darstellungen und Quelleneditionen ein und zwar für die Kämpfe der Habsburger zur Erwerbung Ungarns im 16. Jh., die Wiedereroberung des Landes am Ende des 17. Jahrhunderts und zur Vorgeschichte und Geschichte der ungarischen Revolution von 1848, die ihn zu einem der führen­den Geschichtsforschern Ungarns machten22. 4. Fejérpataky Laszlö/Ladislaus (1857-1923). 12. Ausbildungskurs 1877-1879. Mitgl. Nr. 82. Bedeutende Kursmitglieder: Wickhoff Franz (1853-1909,1891 o. Prof, für Kunst­geschichte an der Universität Wien. - Papée Frederyk/Friedrich (1856-1940, 1906 Direktor der Universitätsbibliothek Krakau und Priv. Doz., bzw. tit. a. o. Prof, an der Univ. Krakau). Lehrangebot: Urkundenlehre, Geschichte Frankreichs im 16. u. 17. Jh. sowie Chronologie von Sickel. - Österreichische Geschichte, Allgemeine Geschichte des 18. und 19. Jhs. von Lorenz. - Österreichische Geschichte im Zeitalter der Refor­mation, Lektüre österreichischer Geschichtsquellen, Österreichische Geschichte 1648-1740, Geschichte des Mittelalters, Quellenkunde und Quellenlektüre zur österreichischen Geschichte, Geschichte des Hauses Habsburg im 14. u. 15. Jh. von Zeißberg. - Urkunden zur Geschichte des deutschen Privatrechts, Urkunden­lehre mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Rechts- und Verfas­sungsgeschichte von Rieger. Fejérpataky war ab 1879 Privatdozent für historische Hilfswissenschaften an der Universität Budapest, 1882 Hilfskustos am Ungarischen Nationalmuseum in Buda­pest, 1895 o. Prof, an der Universität und ab 1901 Direktor der Bibliothek des Un­garischen Nationalmuseums und Landesinspektor der Bibliotheken und Museen. Er wurde 1884 korrespondierendes und 1893 wirkliches Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Seine bedeutendsten Arbeiten sind über die könig­liche Kanzlei in der Arpadenzeit (1885), die frühen Rechnungsbücher der ungari­schen Städte und die ungarischen Wappendenkmäler (2 Bde. 1901-1902). Im Jahre 1902 hat Fejérpataky die private Faksimile-Sammlung Sickels um den Betrag von 2500 Kronen für das historische Seminar der Budapester Universität erworben. Die Kiste mit den Materialien wog 143 Kilogramm und gelangte via Ancona und Fiume nach Budapest23. 22 Lhotsky: Geschichte, S. 153, 168,172. - Bittner: Gesamtinventar 1, S. 66. - Bittner, Ludwig: A. v. K. In: Almanach der Akademie der Wissenschaften in Wien 91 (1941) 328-332. Kozocsa, Sändor: Kärolyi Ärpad - Bibliographia. In: Jahrbuch des Graf Klebelsberg Kuno Instituts für Ungarische Geschichtsforschung in Wien 3 (1933) S. 393-397. - ÖBL 3 (1965) 246. - MÉL 1 (1981) S. 867-868. Domanovszky, Sândor: Kârolyi Ârpâd 1853-1940. In Szäzadok 74 (1940) 357-359. 23 Lhotsky: Geschichte, S. 176 A. 52. - Csänkai, Dezsö: Fejérpataky Läszlö. 1857 aug. 17 - 1923 märcz. 6. In: Szäzadok 55-56 (1921-1922) 706-708. - MÉL 1 (1981) S. 481. Die betreffenden, von Fejérpataki an Sickel gerichteten Briefe (18. 10., 31.10. 1901: 8. 3. 1902), befinden sich im Sickel-Brief- nachlaß des Instituts für österreichische Geschichtsforschung. 54

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