Sonderband 3. „wir aber aus unsern vorhero sehr erschöpfften camergeföllen nicht hernemben khönnen…” – Beiträge zur österreichischen Wirtschafts- und Finanzgeschichte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert (1997)

† Peter Gasser: Karl VI., Triest und die Venezianer

Peter Gasser sehe Schiffsraum die Einschaltung fremder Transporte unnötig machen würde. Das Geld verbliebe so, da die Früchte auf ihrem Wege vom Produzenten zum Konsumen­ten kaiserliches Hoheitsgebiet nicht zu verlassen brauchten, im Lande. Darüber hinaus erhoffte sich Grenna nicht nur durch Bereitstellung und Verpfle­gung von Fuhrwerkern und Gespannen beträchtliche Verdienstmöglichkeiten für die krainischen und küstenländischen Untertanen, sondern auch intensive merkantile Beziehungen zwischen den österreichischen Ländern und den habsburgischen Besit­zungen Süditaliens, da die aus Apulien kommenden Schiffe dann mit erbländischen Erzeugnissen beladen von Triest die Rückfahrt nach dem Süden antreten würden179. Wieweit diese Anregungen Grennas von offiziellen Stellen berücksichtigt wurden, ist nicht zu ersehen. Neue Planungen kamen hier, da das Königreich Neapel wenige Jahre später für Karl VI. verloren ging, auf jeden Fall zu spät. Die Zeiten, wo die Venezianer oder Genuesen, wenn man ihren Versicherungen Glauben schenken darf, für zwei Kisten Orangen in Österreich ein edles Reitpferd eintauschen konnten, lagen allerdings schon damals weit zurück180. Die Versuche, das Salzmonopol der Venezianer in der nördlichen Adria zu durch­brechen, gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Serenissima konnte jedoch ihr Monopol festigen und darüber hinaus auch die Salzversorgung Mailands und der Lombardei an sich bringen181. Selbst als dem Kaiser mit dem Königreich Neapel auch die Salzgärten von Barletta in Apulien zugefallen waren, versorgten die Vene­zianer nach wie vor ihre Klienten in erster Linie aus diesen Salinen. Grenna emp­fand dies als Provokation. Der Umstand, daß die Republik, von Capodistria abgese­hen, über keine nennenswerten Salinen verfugte, gestaltete die Situation womöglich nach aufreizender, zumal das Litorale in Zengg und Buccari sowie in S. Giovanni di Duino und in Zaule, also unmittelbar vor den Toren Triests, auf ausgedehnte Salz­gärten hinweisen konnte, aus deren Produktion zwar das Küstenland und z. T. auch Krain versorgt werden konnte, deren weiterer Ausbau jedoch durch das oberwähnte venezianische Monopol und auch deshalb unterbunden w urde, da die übrigen Erb­länder ihren Bedarf aus dem Salzbergbau Oberösterreichs und Tirols deckten. Gren­na machte die unfähigen Exponenten der orientalischen Kompanie in Triest für die Versäumnisse der küstenländischen Salzerzeugung im Hinblick auf die Versorgung der Lombardei verantwortlich. Im übrigen hat Stefano Grenna, der in der Folge seine Untersuchungen auf die Möglichkeiten einer Erschließung weiterer Verbindungswe­ge aus dem Litorale nach den Erblanden und dem Reiche konzentrierte, dem Salz­HHStA Wien, Österreichische Akten, Triest-Istrien, Fasz. 9, fol. 1 if und 112r „... rendo che da questa parte si tiene continuamente passaggio nelli Stati Patrimoniali Austriaci, ed in oltre li Sudditi di V. M. sa- rebbero in diversi luoghi utilizzati con li carriaggi, vetture, consumo di viveri, ed altri infmiti como- di ... rendo che si studierà il modo di dar il ricarrico con altre Merci alle Navi, che condurrano di frutti, e cosi si fisseranno con ben intera armonia de basi d’un florido commercio .. Ebenda, fol. 111',,... assicurandomolti di loro, chenelle passate etàcon due casse di fruttasi aveva in cambio di un’ottimo e generoso Destriere ...“. Ebenda, fol. 99" „... Epure è cosa certa, che da la parte di Venezia resta provisto il Stato di Milano, ed alcune sue Vicinanze col sale di Barletta del Regno di Napoli...“. 98

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