Sonderband 2. International Council on Archives. Dritte Europäische Archivkonferenz, Wien 11. bis 15. Mai 1993. Tagungsprotokolle (1996)

3. Session / Séance. Sharing of Experience and Exchange of Staff / Partage d’Expériences et Echange des Personnes - Discussion / Interventions

3. Session/Séance: Discussion - Interventions deutsche Archivare rumänische Paläographie in Bukarest lernen sollten, nur um den Grundsatz der Gegenseitigkeit zu wahren. Wenn wir Ihre Bemerkung zum Anlaß nehmen, uns darüber zu verständigen, daß hier keiner den Schulmeister spielen will - nobody wants to patronize -, soll dies nicht dazu führen, daß die Freiheit und Freizügigkeit der Aussprache darunter leidet und wir uns zu vorsichtig ausdrücken, um den anderen nicht zu verletzen. Wenn wir hier den richtigen Mittelweg gehen, dann war Ihre Bemerkung eine der wertvollsten dieser Veranstaltung. Ich danke Ihnen ausdrücklich dafür. Angelika Menne-Haritz: Ich wollte auch diesen Gedanken unterstützen. Ich halte es gerade für Kollegen aus den westlichen Ländern für ausgesprochen nützlich und sinnvoll, Archive in den östlichen Ländern zu besuchen. Ich hätte dabei aller­dings einen besonderen Wunsch, nämlich jenen Kollegen die strukturellen Unter­schiede von Schriftgut aus sozialistischen Verwaltungen zu jenen Unterlagen, die in freiheitlich demokratischen Gesellschaften entstanden sind, zu zeigen. Nach meinen rudimentären Erfahrungen in Deutschland sind sehr gravierende Unterschiede zu beobachten. Auch das Wissen, wie Kollegen in den östlichen Ländern mit diesem Schriftgut bisher verfahren sind, wäre sehr nützlich. Welche Methodik haben sie entwickelt? Wo sind Unterschiede in den Ansätzen der Bewertung von Schriftgut? Ich wende mich gegen die Prämisse, die in der Bundesrepublik momentan un­widersprochen akzeptiert wird, daß nur jene Kollegen, die sozialistische Länder aus eigener Anschauung und eigenem Erleben kennen, Schriftgut aus dieser Zeit bear­beiten könnten; meiner Meinung nach müssen die westlichen Kollegen genauso gut mit Unterlagen aus der DDR-Zeit arbeiten können und deshalb diese Unterlagen kennenlernen. Dazu kommt auch, daß bei bestimmten archivfachlichen, archiv-theo­retischen Ansätzen die sozialistischen Länder als eine Art von Großversuch zu inter­pretieren sind, und diese Erfahrungen archivwissenschaftlicher Art und archivtheo­retischer Art müssen m.E. unbedingt aufgearbeitet werden. Diese Arbeit kann nur eine gemeinsame Arbeit sein. T. Lekaukau-Masisi: Mr. Oldenhage mentioned the fact that the new European relationship between the states are not going to affect the developing countries. I recall that last year at the Montreal congress when the idea of an European branch was discussed, we were worried because we thought that the aid that used to go to the developing countries would now go to the East European countries. I know that maybe this intention would be very difficult to achieve but I think it is comforting to know that the European countries are aware of our concern. I know that the German government has been very generous in assisting the countries in the area of where I come from, Eastern and Southern Africa. Other countries have not been generous in the same way, not even when their ex-colonies are concerned. The last point, I think, would be that even though developing countries seem to be learning most of the time from developed countries. In consequence, when it comes to the area of regional cooperation, the developed countries could have something to learn from us because we have been doing this cooperation for a long time under the auspices of ICA branches. 317

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