Jürgen Pohl: Sonderband 1. „Die Profiantirung der Keyserlichen Armaden ahnbelangendt” – Studien zur Versorgung der kaiserlichen Armee 1634/35 (1989)

B Der Rahmen - B1 Das Heer - Versuch der Errechnung der Heeresstärke

Wolfgang Pohl Königs werden in der Kriegsliste der Hauptarmee zugeordnet), da jedoch die Gesamtzahl der aufgeführten Regimenter extrem klein ist (nur 14,7 % der Regimenter werden genannt), sind keine Schlußfolgerungen zulässig. Die beiden anderen Listen entstammen dem Februar des Jahres 1635. Die eine10 unterteilt die Regimenter in drei Armeen, nämlich in eine Ar­mee Ferdinands III., eine des Herzogs von Lothringen und eine „3. Ar- mata“. Während dieser 3. Armee insgesamt 14 Regimenter zugeordnet werden, die in ihrer Zugehörigkeit gemäß der Kriegsliste keinen Schwerpunkt erkennen lassen, ordnet die Kriegsliste die zwei Regi­menter, die der Armee des Herzogs von Lothringen angehören, der böhmischen Armee zu. Aussagekräftiger ist nur, daß 22 der 30 Regi­menter des Armeeteils, der von König Ferdinand III. geführt wird, von der Kriegsliste der Hauptarmee zugerechnet werden. Diese Aussage­kraft hält sich jedoch in engen Grenzen, da insgesamt nur 46 von 129 Regimentern (= 35,7 %) genannt werden. In der dritten Liste11 werden insgesamt 78 von den 129 (= 60,5 %) in der Kriegsliste aufgeführten Regimentern genannt. Gegliedert wird in drei Armeeteile: in eine gallassische, eine piccolominische und eine böhmi­sche Armee. Während der piccolominische Teil keinerlei Schwerpunkte in der Korrelation zur Kriegsliste erkennen läßt, werden von den 27 Re­gimentern des gallassischen Armeeteils 16 in der Kriegsliste der Haupt­armee zugeteilt. Von den 30 Regimentern des böhmischen Armeeteils werden in der Kriegsliste 11 der böhmischen und 12 der schlesischen Armee zugeteilt, dagegen nur vier der Hauptarmee. Jedoch sind diese Korrelationen, wenn sie auch höher sind als in den anderen Listen, nicht hoch genug, um verbindliche Aussagen treffen zu können. Angesichts dieser doch recht kärglichen Ergebnisse könnten Zweifel an der Zuverlässigkeit der oft erwähnten Kriegsliste auftreten, umso mehr, wenn man sieht, daß von den dort aufgeführten 129 Regimentern 25 (= 19,4 %) in den überlieferten Akten überhaupt nicht erwähnt wer­den. Doch können hier die gewonnene Zahlen weiterhelfen. Den 129 Regimentern stehen insgesamt 452 Nennungen in den Akten gegenüber, d. h., jedes Regiment wird im Schnitt 3,50 mal erwähnt. Doch hei der Hauptarmee steigt dieser Faktor auf 5,36 und bei der böhmischen Ar­mee auf 3,94, während die Regimenter der schlesischen Armee im Schnitt nur 2,94 mal in den Akten erwähnt werden und die 27, die oben als „Rest“ bezeichnet wurden, nur 1,74 mal. Für die fünf Regimenter in Breisach liegt dieser Faktor bei 1,4012. Durch diese Zahlen wird gezeigt, 10) AFA 1635/2/130. 11) AFA 1635/2/58. 12) Da Breisach in den Aktenstücken der hier beobachteten Zeit (1634/35) einen gro­ßen Raum einnimmt, mag die geringe Größe des Faktors von der geringen Anzahl der dort stationierten Regimenter beeinflußt worden sein. 28

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