Schiriefer, Andreas: Deutsche, Slowaken und Magyaren im Spiegel deutschsprachiger historischer Zeitungen und Zeitschriften in der Slowakei - Interethnica 9. (Komárno, 2007)
4 Quellen- und medienkritische Erläuterungen
März 1793. Ähnlich wie dem Ungarischen Magazin war auch dieser nachfolgenden populärwissenschaftlichen Zeitschrift für Geschichte, Geographie und Naturwissenschaften kein dauerhafter Erfolg vergönnt. Die letzte Nummer erschien erst nach Windischs Tod nach dessen Handschrift. Sowohl im „Ungarischen" als auch im „Neuen Ungarischen Magazin“ finden sich kaum bis überhaupt keine Belege für Stellungnahmen die eigene politische oder ideologische Position betreffend. Erklärbar ist dies sicherlich aus mehreren Gründen. Zum einen durch die naturwissenschaftliche Prägung der Zeitung, die wohl wenig Raum ließ für direkte Reflexionen über die ideologische Ausrichtung des Blattes. Schließlich waren die frühen achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts auch nicht die Zeit für größere nationale - die in dieser Untersuchung von Interesse wären - Auseinandersetzungen. Jedoch sprechen Windischs persönliche Einstellung, die Vorgaben der Zensur und die Tatsache, dass die Artikel aus den Magazinen zumeist zuvor schon im k.k. privilegirten Anzeiger in Wien erschienen für eine pro kaiserliche Ausrichtung der Zeitschriften. 4.4 „Zipser Anzeiger“ 1863 erschien in Leutschau erstmals die offiziell dreisprachige Zeitung „Szepesi Értesítő - Zipser Anzeiger - Spišský Oznamovateľ. Wochenblatt zur Belehrung und Unterhaltung“ (Leutschau 1863-1874).146 Als verantwortliche Redakteure des wöchentlich erscheinenden Blattes zeichneten Karl Seeliger, Gustav Berky (ab 1873) und Július Kiray (ab Nr. 43, 1873). Karl Seeliger und Julius Kiray (ab 1873) fungierten zugleich als Herausgeber, der Druck erfolgte bei Johann Werthmüller und Sohn in Leutschau. Das eigentlich deutschsprachige Wochenblatt erschien lediglich mit einigen Texten in ungarischer Sprache, Texte in slowakischer Sprache hingegen erschienen so gut wie nie. Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm der aus dem preußischen Schlesien stammende Carl Seeliger (1818-1896) die einzige Bücherei der Zips - S. Wolfgang. In Verbindung mit der Leutschauer Druckerei Werthmüller bereitete er hier den Boden für die erste Zeitung, den Zipser Anzeiger. Sie wurde auch Organ für die Landwirtschaftliche Gesellschaft im Zipser Gau und gewann so auch die Unterstützung der hiesigen ungarischen Gutsbesitzerfamilien. Der Anzeiger erschien mit dreisprachigem Titel um jeglichem möglichen nationalen Missverständnis in der Zips auszuweichen. Von Anfang an galt die Losung „Fortschritt, Aufklärung, Eintracht“. Allerdings erschienen nur wenig slowakische Beiträge, etwa Inserate slowakischer Bücher (25. April 1863). Auch begegnen nur wenige ungarische Beiträge, so dass man die Zeitung durchaus deutsch nennen kann. Sie widmete sich vor allem Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung in der Zips. Nur am Rande fanden auch gesellschaftliche und politische Themen Eingang. Außenpolitik wurde nur behandelt, insoweit sie Zipser Belange oder 146 Lyzeum Késmárk, Muzeum Levoča, Štátny oblastný archív v Levoči, Nationalbibliothek Budapest. Ab Nr. 5 1873 ohne Untertitel 76