Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2011 - Acta Ethnologica Danubiana 13. (Dunaszerdahely-Komárno, 2011)

Tanulmányok - Hans Werner Retterath: A "Német Kelet Keresztje" Bac Harzburg mellett. Egy központi kitelepítési emlékmű, mint a Nyugat-ideológia, a háborús emlékmű kultusz és nép-nemzeti oltalmi munka folyománya (Összefoglalás)

seien ca. 7.000 DM gespendet worden, so dass man über die Kosten des Steins (ca. 5.000 DM, hergestellt in Wolfenbüttel, jedoch ohne Nennung des Bildhauers) hinaus noch die mit der Aufstellung verbundenen Kosten habe zahlen können. Vor Ort, in Bad Harzburg, habe der lokale BdV-Vorsitzende Hans Kuhne die Sache unterstützt. Schließlich hätte am 15. Juni 1980 die Wappenstele mit der Inschrift „Landsmannschaft Weichsel-Warthe“ in Anwesenheit von Bundessprecher Hans von Rosen, Landesobmann Bierschenk, regionaler Prominenz und ca. 700 Besuchern eingeweiht werden können. Zu Ende des Artikels wurden die Leser aufgefor­dert, den Stein zu besichtigen. Nun könne man sich darüber freuen, dass die Landsmannschaft „im Kranz der ostdeutschen Landsmannschaften nicht fehlt“ (Bierschenk 1981, 126). Bei der Steineinweihung bekräftigte der BdV-Mann Kuhne, dass die Bedeutung der Stele in dem Bekenntnis zur alten Heimat läge (Rund 400 Besucher bei Gedenksteineinweihung, HZ, 16./17.6.1980). Dieses Erbe sei vielen Politikern unbequem geworden, weshalb das Gedenken wichtig sei. An die Adresse aller Deutschen gerichtet betonte er, dass ein Volk mehr sei „als ein Interessenverein, aus dem man jederezeit [sic!] austreten könne“. Das wüssten die Vertriebenen am besten. Hans von Rosen, der Sprecher der Landsmannschaft Weichsel- Warthe, unterstrich die Sinnhaftigkeit der Gedenkfeiern für die alte Heimat. Viele Menschen sähen sie nicht gern, da sie nach ihrer Ansicht die Entspannungspolitik gefährden würden. Diese Kundgebungen seien keine Gefahr für den Frieden, da die Vertriebenen schon vor 30 Jahren auf Rache und Vergeltung verzichtet hätten. Zwar hätte es in den letzten Jahren etliche Verbesserungen gegeben, gleichwohl gäbe es noch viel zu tun. Aber die Schritte müssten nicht immer nur von deutscher Seite unternommen werden, auch von polnischer. Ferner wandte er sich gegen die „’allein seligmachende Entspannungspolitik’ der Bundesregierung“, und entge­gen dem Bundeskanzler wollten sie die Gebiete östlich der Neisse nicht in Ruhe lassen. Kühnes Worte machen deutlich, dass sich die Politik geändert hatte. Infolge der neuen Ostpolitik waren die sozialliberale Koalition und die Vertriebenenorganisationen wechselsei­tig auf Distanz gegangen. Diese Entwicklung wurde mit einem umso energischeren Festhalten am Heimatgedanken beantwortet. Die aus der Zugehörigkeit zum deutschen Volk vermeintlich erwachsende Verpflichtung wurde mit einem beliebten Spruch des „Volkstumskampfes“ der Zwischenkriegszeit gestützt. Die wiederholte Hervorhebung der Bedeutung des Gedenkens durch den Landsmannschaftssprecher rekurrierte darauf, dass das Gedenken in Frage gestellt wurde und sich bei weitem nicht mehr so viele Teilnehmer wie vor Jahrzehnten eingefunden hatten. Gegen Vorwürfe der Friedensgefährdung wurde einmal mehr mit dem Hinweis auf die Charta der Heimatvertriebenen von 1950 die Friedfertigkeit der Politik der Vertriebenenverbände behauptet. Etwaige Verbesserungen in den Beziehungen mit den östlichen Staaten wurden nur der deutschen Seite zugeschrieben. Abschließend wurde der Bundesregierung ein unterstelltes Monopol in Sachen Entspannungspolitik abgesprochen und nach wie vor die Gebiete östlich der Neiße als deutsche beansprucht. Die Aufstellung der letzten Stele war auch gleichzeitig die letzte Veränderung auf dem Mahnmalplatz bis zum März 1998, als ein Orkan das morsche Kreuz vollends umstürzte. Es war hier nicht der Raum, um die Geschichte des Denkmals und den Umgang damit erschöp­fend abzuhandeln. So konnte nicht auf das Finanzierungsfiasko und die große Sorge der Stadt Bad Harzburg um ihre Reputation als Kurstadt eingegangen werden. Gleiches gilt für die tie­fere Motivation Kettmanns, der allenfalls als Sowjetzonenflüchtling, geschweige denn als Vertriebener, anzusehen ist. Nur am Rande wurden die jeweiligen Feiern am Kreuz (Sonnwende, „Tag der Heimat“ und besonders 17. Juni, dessen Opfern von 1974 bis 1989 jährlich gedacht wurde) angesprochen, aus denen sich Informationen über Kontinuitäten und Veränderungen der Mahnmalideen und -Zielsetzungen ziehen lassen. Ganz besonders blieben die Auseinandersetzungen um das Denkmal außen vor, hinter denen widerstreitende 95

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