Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2011 - Acta Ethnologica Danubiana 13. (Dunaszerdahely-Komárno, 2011)

Tanulmányok - Hans Werner Retterath: A "Német Kelet Keresztje" Bac Harzburg mellett. Egy központi kitelepítési emlékmű, mint a Nyugat-ideológia, a háborús emlékmű kultusz és nép-nemzeti oltalmi munka folyománya (Összefoglalás)

Von der Akzeptanz und Gestaltungserweiterung des Kreuz-Mahnmals kündet die An­bringung einer Granittafel an der rechten Seite des Kreuzsockels mit der Inschrift „Riesengebirgsverein / 1880 - 1955 / Der Heimat die Treue“ (Großes Jubiläum in Bad Harzburg festlich begangen, Schlesischer Gebirgsbote, 1955, Nr. 18, 2f.). Der Harzburger Steinmetz Sievers hatte die Gedenktafel beschafft; die Gestaltung hatte der aus Warmbrunn/Schlesien stammende Bildhauer Walter Volland (Goslar) übernommen.18 Die Einweihung der Tafel erfolgte am 11. September 1955 anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Riesengebirgsvereins (RGV). Neben Vertretern des Bundes vertriebener Deutscher (BvD) aus Stadt und Kreis (Edelhard Rock), dem Harzburger Bürgenneister, dem 1. Vorsitzenden des Harzklub-Hauptvereins waren ca. 800 Menschen auf Einladung des RGV erschienen. Da sich am Mahnmal selbst keine Namensbezeichnung oder gar verbale Denkmaler­klärung befand, erfuhr es durch die Worte auf der Granitplatte, auf der auch der verantwortli­che RGV genannt wird, eine erste wörtliche Erklärung. Nun wurde uninformierten Besucher wegen des geographischen Bezugs und dem Spruch klar, dass das Hochkreuz etwas mit Flucht und Vertreibung zu tun haben musste. Vor allem aber hatte sich die schlesische Wandererorganisation mit einer Sondergedenktafel neben dem Eigeninteresse nach vereins­mäßiger Selbstdarstellung und Werbung eindrucksvoll zum Mahnmal und seiner Idee bekannt. Damit war die Basis zu weiteren Ergänzungen am Mahnmal gelegt. Schließlich darf der inte­grative Aspekt nicht unterschlagen werden, denn Tafel und Veranstaltung können als symboli­sche Verbrüderung der Gebirgslandschaften Riesengebirge und Harz interpretiert werden. Von den gehaltenen Ansprachen (u.a. von Bürgermeister Nordmann und dem BvD­­Kreisvorsitzenden Rock) war die des lokalen BvD-Vorsitzenden Fritz Müller, der 1952 über die BHE-Liste in den Stadtrat gewählt worden war, am aufschlussreichsten (Großes Jubiläum in Bad Harzburg festlich begangen, Schlesischer Gebirgsbote, 1955, Nr. 18, 2). Er konsta­tierte, dass das Kreuz „nunmehr zu einem Wallfahrtsort der Heimatvertriebenen und Einheimischen und zu einem Kundgebungsort besonderer Art geworden“ sei. Was heute noch an der Zonengrenze stehe, könne sich morgen vielleicht schon in der Mitte unseres Landes befinden. Des Weiteren zitierte ihn der „Schlesische Gebirgsbote“: “Dieses Kreuz sei weiter­hin ein warnendes und mahnendes Mal hinsichtlich gemeinsamer Bestrebungen zur Wiedervereinigung. Dieses Kreuz, errichtet gegenüber dem Kreuz des Ehrenfriedhofs, mahne weiterhin, dem Vaterlande zu dienen, sich gegenseitig als einzelne wie als Volk zu lieben und zu achten, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu leben. Und schließlich sei das Kreuz Symbol für den Glauben und die Hoffnung auf eine gute Zukunft unseres Volkes.“ Mit der Bezeichnung als „Wallfahrtsort“ verwandte Müller nicht nur einen religiösen Terminus, sondern erbetonte damit auch die Einlösung des 1950 gesetzten Ziels, zu dem auch die Einheit von Vertriebenen und Einheimischen zählte. Mit dem Zitat Lukascheks unterstrich er die Hauptintention des Denkmals, nämlich die Grenzrevision. Der Verweis auf den Soldatenfriedhof und den Dienst am Vaterland deutete auf die militärische Option hin und die Aufforderung zur „Volkesliebe“ atmete den Geist der Volksgemeinschaftsideologie. Angesichts mangelnder Aussichten auf Grenzrevisionen griff Müller auf Versatzstücke der 18 Volland (1898-1980) lehrte von 1922 bis 1943 an der Meisterschule für Holzbildhauer in Warmbrunn. Nach dem Krieg lebte er in Goslar, wo er sich stärker der Steinbildhauerei zuwandte. Neben allgemeinen Arbeiten fertigte er zahlreiche andere mit landsmannschaftlichem Bezug. Er war landsmannschaftlich aktiv, im RGV sogar führend. Müller 1968. 90

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