Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2008-2009 - Acta Ethnologica Danubiana 10-11. (Dunaszerdahely-Komárno, 2009)

Tanulmányok - Simon Attila: Cseh és szlovák telepesek kényszerű migrációja az első bécsi döntés után (Összefoglalás)

ungarischen Seite gebliebenen Besitz zurückzukehren. Einige von ihnen haben den von dem neuen ungarischen Besitzer angesäten Boden wieder ausgepflügt oder sogar damit gedroht, den Ertrag in Brand zu setzen.26 Am 22. Mai kam es zu einem bewaffneten Zwischenfall zwischen der ungarischen Grenzwache und den Slowaken, die gerade die Grenze passierten und ihren Kolonienbesitz abmähen wollten. Ein Grenzgänger kam dabei ums Leben. In eine äußerst schwierige Lage gerieten die tschechischen und mährischen Kolonisten, die in der Slowakei statt Hilfeleistung Feindseligkeit vorfanden. Durch die Verkündung der Autonomie und die nachfolgende „Wende“ kam bei bestimmten Teilen der slowa­kischen Gesellschaft Intoleranz gegenüber den Tschechen auf. Die autonome Regierung begann sofort, tschechische Beamte organisiert auszuwechseln; parallel dazu begann auf Initiative der Nationalen Kommissionen (entstanden im Oktober, unter dem Einfluss der Hlinka-Radikale) unter dem Motto „Česi peši do Prahy“ [Tschechen zu Fuß nach Prag] die Vertreibung tschechischer Staatsbeamter und anderer aus der Slowakei (Rýchlik 1997, 154-157). Diese tschechenfeindliche Atmosphäre äußerte sich auch gegenüber den tschechischen und mährischen Kolonisten. In der Zeitschrift Slovák (offizielles Sprachrohr der Hlinka-Volkspartei) erschien bereits am 6. November ein hetzerischer Artikel gegen geflohene Kolonisten27. Demnach seien die tschechischen Kolonisten nicht berechtigt gewesen, als Kolonisten auf „slowakischem Boden“ anzusiedeln und somit die Slowaken um ihr eigenes Brot zu berauben. Deswegen konstatiert der Autor, dass die Slowaken nie erlauben würden, die Kolonisten in der Slowakei bleiben zu lassen und ruft sie auf, nach Mähren zu verschwinden. Diese Atmosphäre konnten die Ansiedler selber auch wahmehmen, als sie die Kolonien verließen. Die Zwangswohnorte waren für ihre Zwecke ungeeignet. Dazu äußern sich ein­stimmig die nach Végles bei Altsohl gesiedelten Kolonisten-Legionäre aus Bozitapuszta und Bottovo sowie die nach Vicsápapáti, nördlich von Neutra evakuierten Kolonisten.28 Sie empörten sich nicht nur über Notunterkünfte (im Winter unerträglich), sondern auch über die Einstellung der Ortsbewohner ihnen gegenüber. In einem Brief der Kolonisten heißt es: ,,ln der Gegend von Gyetva, wo sich unsere Unterkunft befindet, sieht man die Tschechen nicht gern und auch das Motto 'Raus mit den Tschechen' ist ständig präsent Das Problem seien, so der Leiter der Evakuierten von Csata, nicht nur die ungeeig­neten Notunterkünfte, sondern auch, dass die slowakischen Einwohner die tschechischen und mährischen Flüchtlinge plündern wollten.29 Mit der Situation der tschechischen und mährischen Kolonisten musste sich auch die autonome slowakische Regierung befassen. Sie entschied auf der Tagung am 12. November, im Zeichen des immer stärker werden­den slowakischen Nationalismus, die slowakischen Kolonisten vorübergehend in staat­lichen und privaten Wirtschaften an der slowakischen Grenze unterzubringen, während die tschechischen Kolonisten nach Tschechien bzw. Mähren zurückkehren sollten. Die Entscheidung der Regierung wurde einige Tage später durch eine Regierungsanordnung präzisiert: die Unterbringung der tschechischen und mährischen Kolonisten in Tschechien 26 MOL, K.-28, 18. cs., 59. t. 27 Slovák, 6. november 1938. 28 SNA, ť. MH, k. 950,c.44997-Kleg.l938. Evakuierung der Kolonisten aus der Slowakei. 29 ebenda 149

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