Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2008-2009 - Acta Ethnologica Danubiana 10-11. (Dunaszerdahely-Komárno, 2009)
Tanulmányok - Simon Attila: Cseh és szlovák telepesek kényszerű migrációja az első bécsi döntés után (Összefoglalás)
nördlich und östlich von Lewenz, Kamenecpuszta, Mocsárpuszta, Alsózsember, Köhatármajor, Kálnaborfó, Tótkelecsény im Komitat Nógrád, Alsósztregova, iisw.) in der Slowakei geblieben sind. Mehr als 70% der etwa 3 300 Ansiedler, etwa 2 400, gehörte von nun an zu Ungarn. Wie schon zuvor erwähnt, ist ein Teil der Ansiedler noch vor dem Einmarsch der ungarischen Truppen verzogen, und so gehörten faktisch etwa 2 000 Ansiedler unter die Oberhoheit des Ungarischen Königtums. Die Einwohnerschaft der Kolonien reagierte auf den Einmarsch der ungarischen Truppen auf verschiedene Weise. Sie konnten die Entwicklungen, weder als Slowaken / Tschechen noch als Ansiedler begrüßen; da sie aber eventuelle Gegenmaßnahmen fürchteten, verheimlichten sie ihre Gefühle. Die in ungarischen Dörfern lebenden Ansiedler stellten sich an den Prachttoren auf, sie schmückten ihre Häuser mit ungarischen Faluién und in den selbständigen Kolonien stellten Ehrenpforten auf. In der Kolonie Vitténypuszta wurden die einmarschierenden ungarischen Truppen mit einem slowakischen Begrüßungstext empfangen und am Abend wurde ihnen zu Ehren ein Ball veranstaltet (Deák 2003, Dokument Nr. 123, 153). Anderorts zog man sich lieber in die Häuser zurück und versuchte, sich ruhig zu verhalten, um kein Aufsehen zu erregen. Dieser Tatsache und dem Verhalten der einmarschierenden ungarischen Truppen ist es zu verdanken, dass die ersten Tage nach der Rückgliederung im Allgemeinen ohne Zwischenfälle verliefen. Als Ausnahme gilt ein Fall in Köbölkút, wo die mit den regulären militärischen Kräften parallel einmarschierenden freien Truppen mit den verbliebenen Kolonisten in eine Auseinandersetzung gerieten und dabei vier Ansiedler getötet wurden (Kovács 1988, 72). Das Schicksal der Ansiedler nach der Rückgliederung wurde durch die Ansicht der ungarischen Regierung bestimmt, dass die meisten Ansiedler in der Zeit der militärischen Verwaltung von ihrem Platz relativ leicht und ohne größeres Aufsehen zu entfernen seien. Im Einklang damit begann bereits einige Tage nach dem Einmarsch der ungarischen Armee die Vertreibung der Ansiedler. Die von der höheren militärischen Führung erlassenen Anordnungen besagten die sofortige Entfernung tschechischer und mährischer Ansiedler, ferner, dass die slowakischen Kolonisten bis auf weiteren Bescheid bleiben durften". Trotzdem erreichten vielerorts die slowakischen Ansiedler solche Angriffe, dass auch sie gezwungen waren, die rückgliederten Gebiete zu verlassen. Was das Schicksal der Ansiedler betrifft, wäre es falsch, zu verallgemeinern, denn im Schicksal einzelner Kolonien können große Unterschiede festgestellt werden. Während aus einigen Gemeinden alle Ansiedler verjagt wurden (Macháza, Köbölkút), durften anderorts praktisch alle Ansiedlerfamilien bis Kriegsende bleiben (Durendapuszta und Hodospuszta; Köröszegmajor). Anders haben sich die bewaffneten Kräfte und die Behörden gegenüber den tschechischen und mährischen Ansiedlern verhalten und wieder anders mit den Slowaken; anders war das Verhalten der Behörden in den einzelnen Regionen und es lassen sich Unterschiede feststellen, ob es um die von dem SBA gegründeten Ansiedlungen oder um Privatkolonien ging, während die Quellen meistens nur das Schicksal der vom SBA gegründeten Kolonien dokumentieren. 11 11 MOL, KÜM K-69, Abteilung Wirtschaftspolitik, 640. cs, 1938, Dossier VI. In Sachen tschechische Kolonisten; SOA Sala (Staatliches Regionales Archiv, Šaľa), f. Oberstuhlrichteramt in Sommerein (1938-1945), k. 10, 95/1938. Ausweisung tschechischer Staatsbürger und ihrer Verwandten. 140