Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)
1. Tanulmányok - B. Kovács István: Gömör-Kishont etnokulturális tagolódása
sionelle Grenze auf: Alle Zigeuner in Ungarn sind vom Ende des 18. Jahrhunderts an römisch-katholisch. Es folgt die sprachliche Grenze: ungarische Muttersprache im 19. Jahrhundert!, und dann die räumliche Grenze (spontane Auflösung der sogenannten Zigeunerzeilen, ihre Einwanderung in das Dorf). Es löst sich auch die soziokulturelle Grenze auf: Neben die gewählte Verwandtschaft (Gevatterschaft) tritt immer häufiger die Blutsverwandtschaft, die Verbindung durch Heirat (Vermählung). Diese Entwicklung beschleunigt und vertieft sich merklich. Die Juden in Gömör sind seit dem 18. Jahrhundert nachweisbar. Sie erscheinen massenweise im Laufe des 19. Jahrhunderts, und in erster Reihe leben sie in den Städten. Es kommt zu einer schnellen sprachlichen Assimilierung mit den Sprachen der jeweiligen Umgebung. Infolge des Holocaustes verschwinden sie praktisch aus Gömör. Die Stabilisierung der ungarisch-slowakischen Sprachgrenze ist zum Teil zurückzufuhren auf die abweichende Konfessionszugehörigkeit, teils auch auf die unterschiedlichen Wirtschaftsschwerpunkte. 5. Konfessionelle Grenzen Gömör-Kleinhont ist auch konfessionell außergewöhnlich stark gegliedert. Die durch die römisch-katholische Konfession repräsentierte Anfangshomogenität wurde gespalten zunächst durch das Erscheinen der Zigeuner, später durch die Ankunft von orthodox-ruthenischen Hirten. Weil sich aber ursprünglich beide Gruppen räumlich von den seßhaften Dorfgemeinschaften abhoben, blieb diese Tatsache ohne großen Einfluß auf den allgemeinen Lebensstil. Infolge der Reformation im 16. Jahrhundert beginnen markante Veränderungen. Im Laufe dieses Jahrhunderts nehmen die zunächst protestantischen Ungarn überwiegend die Glaubenslehre von Kálvin an und werden Mitglieder der reformierten Konfession, während einige Gemeinden Anhänger von Luther bleiben (z.B. Sajógömör, Gemer). Die Deutschen und Slowaken bekennen sich ausschließlich zur lutherischen Lehre. Darin liegt der Grund (außer in der sprachlichen Umgebung), warum sich die Mehrheit der Deutschen später slowakisiert. Innerhalb der Region ist es sehr schwer, konfessionelle Grenzen zu ziehen. Aber eine solche Grenze erstreckt sich zwischen den in den Tälern der nördlichen Vorberge der Mátra und Bükk lebenden römisch-katholischen Ungarn und dem bis zur Gegenreformation überwiegend protestantischen Rima-Becken und Száraz-Tal. Die konfessionelle und ethnische Homogenität der oben genannten Einheiten spalten die mit der Gegenreformation zusammenhängenden Ansiedlungen auf, die man im 18. Jahrhundert auf den Großgrundbesitzungen organisiert hat. Solche Ansiedlungen geschahen auf den Gutshöfen der Familien Serényi, Koháry, Kubinyi und Andrássy. Außer ihnen bleibt nur die der Kirche gehörende Bevölkerung weiterhin römisch-katholisch. 6. Verfassungsrechtliche Grenzen Unsere Region ist ein gutes Beispiel dafür, wie die rechtlichen Zustände auf das ethnokulturelle Bild Einfluß gewinnen. Das in den Dörfen lebende und bäuerliche Lebensweise führende Volk besteht in rechtlicher Hinsicht aus grundlegend zwei Schichten, den Fronbauern und den Adeligen. Diese Teilung hört zwar 1848 auf zu existieren, aber das mehrere Jahrhunderte alte Prinzip und die zugehörige Lebenspraxis lassen Wirkungen spüren, die manchmal bis in die heutige Zeit weiterbestehen. 136