Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Keményfi Róbert: Komples etikai és nyelvhatár-vizsgálatok a Kárpát-medencében. Kutatási program és szintézis. 1998 - 2002

Acta Ethnologica Danubiana 2-3 (2000-2001), Komárom-Komärno Komplexe Ethnien- und Sprachgrenzen-Untersuchungen im Karpatenbecken In besonderer Hinsicht auf die Änderung der Sprachgrenzen zwischen dem ungarischen und dem benachbarten Ethnikum und deren Mikrountersuchung * Forschungsprogramm und Synthesis (1998-2002) Keményfi Róbert Vorgeschichte Die ethnische Raumforschung erlebte ihre Blütezeit in Mitteleuropa vorwiegend in der ersten Jahrhunderthälfte zwischen den beiden Weltkriegen. Allerdings konnte sich dieses Gebiet der Geographie wegen seiner Rolle in den politischen Entscheidungen nur schwer selbst in Mitteleuropa durchsetzen, wie es in einer Studie von Roland Vogelsang, dem Forscher der Gesellschaftsgeographie über die ethnischen (Minderheiten-) Untersuchungen der ersten Hälfte des Jahrhunderts erläutert wird: diejenigen Geisteswissenschaften, die sich unter anderem mit ethnischen Fragen befassten, haben wohl ’’bittere Erfahrungen” gesammelt, was zur Folge hatte, dass in den Dekaden nach dem zweiten Weltkrieg keine übergreifenden inter­disziplinären Studien in Volkskunde, Geographie und Geschichte zustande kamen. Aus mehreren Quellen sammelte die deutschsprachige ethnische Raumforschung die oben erwähnten bitteren Erfahrungen, die in der mitteleuropäischen geographischen Forschung eine tonangebende Rolle hatte. Zu Beginn des Jahrhunderts wurden jene geo- und ethnopoli­­tischen Raum-Theorien ins Leben gerufen, die von der Politik missbraucht und in ihren eige­nen Dienst gestellt wurden. Zum anderen haben die Forscher selbst diese Theorien so for­muliert oder umformuliert, dass sie den politischen Bestrebungen “irgendwelchen” wis­senschaftlich-ideologischen Rahmen geben konnten. Die frühen versteckten, später offenen raumpolitischen nationalen Bestrebungen haben ihre Unterstützung auch von der Seite der Geographie bekommen. Auf dem Gebiet der mitteleuropäischen Volkskunde entwickelte sich in der ersten Jahrhunderthälfte - wiederum auf deutschen Einfluss -, eine eigene Nationalitäten-For­­schungsrichtung, die ethnische Raumstrukturen und Kartographien verwendete und analysierte. Den Beginn der Forschungsrichtung datiert man auf 1930, als die Studie von Gustav Jungbauer erschien, und die Phase ihrer Umsetzung knüpft sich an den Namen von Walter Kuhn. Die künstlich geschaffene Sprachinselforschung und Sprachinselvolkskunde knüpften sich auch an den Gebrauch der ethnischen Karten, auf anderen Gebieten auch an die Geographie (Analyse der Erhebungen über Nationalitäten, Aufzeichnung von Siedlungs-123

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