Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)

1. Tanulmányok - Dröge, Kurt: "Poneránia néprajzi atlasza" és mai jelentősége

Der letzte Abschnitt ist rein wortgeographisch-onomasiologisch angelegt, was auch für mehrere weitere Karten in den vorhergehenden Abschnitten zutrifft. Zu einem nicht unerheb­lichen Teil darf oder muß der APV damit als ein Wortatlas bezeichnet werden, was aus heutiger Sicht seine Aussagemöglichkeiten in Richtung einer Kulturraumforschung oder volkskundlichen Kartographie einschränkt. Hier liegt eine generelle Problematik. Sie hängt unmittelbar zusammen mit der rein sprachgeographischen Ausrichtung der früheren Arbeiten Robert Holstens, von dem Kaisers erkenntnisleitendes Interesse maßgeblich beeinflußt wor­den ist. Kaiser knüpfte sowohl thematisch als auch methodisch direkt an die Arbeiten Holstens an und bezeichnete seinen APV als Fortsetzung von dessen “Lebenswerk”. Die Auswahl der kartierten Themen ist in allen Abschnitten der thematischen Gliederung als subjektiv, ja als willkürlich und ohne erkennbaren inhaltlich-systematischen Rahmen zu bezeichnen. Diese Einschätzung wird von Kaiser selbst bestätigt: “Für den ‘Adas der Pommerschen Volkskunde ’ sind aus der Gesamtzahl von 250 Fragen solche ausgewählt wor­den, deren Antworten gute und kartenmäßig darstellbare Ergebnisse fiir Pommern lieferten. Die mit den vorliegenden Karten getroffene Auswahl erschöpft die bisher zusammengetrage­nen Sammlungen bei weitem nicht. Bei der Auswahl kam es darauf an, ein Werk von mäßigem Umfang zu schaffen, das im ganzen einen möglichst großen und vielseitigen Gesamtüberblick über die Pommersche Volkskunde gibt” (Kaiser 1936, 47). Gemeint ist hier statt eines Überblicks eher ein Einblick in volkskundliche Themen in Pommern, die isoliert nebeneinander vorgestellt werden, wenngleich Kaiser im begleitenden Textband häufig auf die Notwendigkeit ihrer Verbindung und Kombination hinweist. Die Karten sollten für Kaiser offenkundig einen allerersten dokumentarischen Anfang kultur­räumlicher Beschäftigung darstellen, was von ihm auch an anderer Stelle mehrfach betont worden ist. Hier ist jedoch die Gefahr einer Simplifizierung durch die kartographische Methode nicht von der Hand zu weisen: “ Wenn zum Beispiel eine Karte über alte pommer­sche Gesindetermine gegeben wird, so sind auf dieser Karte nur diejenigen Gesindetermine dargestellt, deren Verbreitung in Pommern ein klares Bild gibt. Die Karte gibt also nicht alle in Pommern festgestellten Gesindetermine wieder, sondern nur diejenigen, für die die Karte das gegebene Darstellungsmittel ist” (Kaiser 1936, 54). Eine solche Auffassung schöpft die grundsätzlich gegebenen Möglichkeiten, die volks­kundliche Karte als Forschungsinstrument einzusetzen, sicher nicht aus und reduziert unnötigerweise, auch in methodischer Hinsicht, den Anwendungsbereich der ethnographi­schen Kartographie. Hier können weitere Kartenbilder im APV angefügt werden, die eine undifferenzierte flächendeckende Verbreitung bestimmter einzelner Phänomene erweisen und damit von der genau entgegengesetzten Perspektive aus ebenfalls wieder wenig aus­sagekräftig sind. Es darf vermutet werden, daß Kaiser in all diesen Fällen gleichsam fach­wissenschaftliche Public-Relations-Arbeit leisten wollte und weniger einen Forschungs­fortschritt im engeren Sinne anstrebte. Dieser kann zweifellos konstatiert werden auf allen Karten, welche Verbreitungsgebiete unterschiedlicher Formen zeigen. An dieser Stelle mögen die zahlreichen Wortkarten im APV, die dieses Kriterium erfüllen, beiseite gelassen werden, um der volkskundlichen Relevanz des Werkes näherzukommen. Es muß allerdings noch darauf hingewiesen werden, daß gerade die auf Teilbereiche der agrarischen Sachkultur bezogenen Wortkarten wie die Bezeichnungen für die Raufe oder die Krippe im Stall oder diejenige für den Garbenstand 100

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