Sárospataki Füzetek 20. (2016)

2016 / 2. szám - ARTICLES / STUDIEN - Dávid Csorba: Metaphern des Gedächtnisses: die Etikettierung der ungarischen calvinistischen Galeerensklaven

Dávid Csorba Christi-. Tóbiás Masznyik in seinem Brief an Heidegger lobpreist Gott dafür, dass er es nicht erlaubt hat, dass die Konfessoren verloren gehen, „de liberatis Christi confes­soribus confirmavit“;18 athleta Christi.1'’ Und wenn wir die Selbstbenennungen unter den 30 Zürchern unter die Lupe nehmen, treffen wir Begriffe wie Wanderer (Bálint Köpeczi hofft, dass sie Gott durch Josua aus der Wüste ihrer Wanderungen in ihre liebe Heimat zurückführt),20 vivus et mortuus Martyr,21 die Krone der Märtyrer erhal­tende Tote -eine Benennung in einem Brief, der am 8-ten Februar im Jahre 1676 von den Neapeler Galeeren an die Bukkarer Häftlinge geschickt wurde.22 Die Selbstbilder (Etikettierungen) weisen natürlich noch viele andere Images auf. In der internen leopoldinischen Korrespondenz werden sie als Rebell,23 Ketzer oder einfach nur Prediger beschreiben. In seinem schlauen Brief beschreibt Kram- prich, der österreichische Gesandte in den Niederlanden, die Wirkung der acht- köpfigen Delegation der Galeerensklaven und die Kraft ihrer Schriften und, um die Lage der Katholiken zu verbessern, empfiehlt er Leopold: „durch dieser Prädikan­ten ahnleitung man einige gnadt für Sie, undt einige Freyheit für die Reformirte in Hungaren”.24 Der Kontext war aber im Allgemeinen typisch für die Gegenrefor­mation: die befreiten Prediger konnten nur heimlich nach Hause fahren, weil sie auch konfessioneller Feind waren. Darüber berichtet ein Brief von den nach Ungarn fahrenden Harsányis, nämlich dass die Passagiere in Ulm erkannt wurden und sie fliehen mussten.25 Nach der Befreiung fuhr eine 8-köpfige Gruppe aus Holland über England nach Deutschland und Dänemark. In der lutherischen Gemeinschaft gal­18 Tobias Masznyik an Heidegger (Wittenberg, 3. Mai 1676), ZBZ, Mss, D 181, Nr. 106. 19 S.„Vidistis magna cum cordis sympathia et commiseratione Christianä Athletas Christi" (StAZ, A 185.1, Nr. 130-131). Georg Láni schreibt an Heidegger darüber, dass seine ehemaligen Brü­der im Glaubensstreit befreit wurden (Leipzig, 13. October 1676), ZBZ, Mss, D 181, Nr. 113; "Captivos et crucis Christi fratres" (Masznyik an Heidegger, Leipzig, 30. April 1679), ZBZ, Mss, D 181, Nr. 158. 20 Bálint Köpeczi an ihre Zürcher Brüder aus den Niederlanden (Amsterdam, 4. November 1676), ZBZ, Mss, D 181, Nr. 125; „Et teste Jacobo: Peregrinatio est vita nostra in terra peregrinatio" Michael Karasznai vergleicht sein Leben im Brief an Heidegger mit dem alttestamentlichen Vorbild (Breslau, 25. Dezember 1677), ZBZ, Mss, D 181, Nr. 132. 21 S.„pro veritate verae religionis ac bona conscientia varia sustinentium atque triumphantium, viventium pariter ac mortuorum, tanquam Jesu Christi martyrum" (Mihály Karasznai: Nomina ministrorum Hungarorum martyrum et confessorum (Manuskript, 1676), in der Sammlung von Bálint Kocsi Csergő), ZBZ, Mss, D 182, Nr. 1. 22 S.„ad gaudium et exultationem hostium, pretiosam fidelis martyrii coronam, pro temporaria, seu conscientiam in aeternum torquente, transitoria liberationis spe abiiciatis. (...) cum divo Paulo loquamur, quam ingens afflictionum certamen hacenus sustinuistis, partim infame, siti verberibus, partim vero cum ignominia affecti tanquam in tharum propter Christum cum gau­dio excepistis, ut qui sciretis potiorem vobis substantiam reconditam in coelis. (...) et cons- tantissimi martyrii immarcessibili corona potiti sunt" (Brief von den Neapeler Galeeren an die Bukkarer Häftlinge, 8. Februar 1676), ZBZ, Mss, D 182, Nr. 201. 23 Der Erlass von Leopold an die Szepeser Kammer über den Umgang mit den Rebellen in Obe­rungarn (20. März 1675), Nachlass vonThury (Pápa), Regesta, I. 2., IV. Nr. 17-18. 24 Kramprich an Lipót(Den Haag, 10. September 1676), Wien, HHStA, Holl. VI, Nr. 162. 25 Harsányi an Heidegger (Ulm, 5. November 1677), ZBZ, Mss, D 181, Nr. 136. 78 Sárospataki Füzetek 20. évfolyam 2016-2

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