Sárospataki Füzetek 20. (2016)
2016 / 2. szám - ARTICLES / STUDIEN - Dávid Csorba: Metaphern des Gedächtnisses: die Etikettierung der ungarischen calvinistischen Galeerensklaven
ARTICLES/STUDIEN Dávid Csorba METAPHERN DES GEDÄCHTNISSES: DIE ETIKETTIERUNG DER UNGARISCHEN CALVINISTISCHEN GALEERENSKLAVEN Hier möchte ich über Images der ungarischen Galeerensklaven (1675-76) sprechen,1 einige ihrer Rollen aufzeigen, um den Ausdruck Galeerensklave und die Begriffe Märtyrer, Märtyrertum klären zu können. Viele wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Veröffentlichungen sprechen verallgemeinernd vom „protestantischen Predigerprozess“, (1673-74) obwohl nicht alle Angeklagten Prediger waren. Auf diese Weise wird von der Geschichte der „protestantischen Galeerensklaven“ gesprochen, auch wenn das Thema der Pressburger Prozess oder die aus dem Gefängnis oder aus der Galeerensklaverei Freigekommenen sind. Nämlich war weder das geschichtliche Gedächtnis, noch das zeitgenössische kommunikative Gedächtnis hinsichtlich ihrer Beurteilung einheitlich. Keiner wurde eindeutig zum Galeerensklaven oder Märtyrer. Nicht einmal die Zeitgenossen benutzten den Begriff Märtyrer unbedingt für die in der Galeerensklaverei gestorbenen oder sie überlebenden Personen. Sogar sie selbst bezeichneten sich bei der Beschreibung aus ihrer Lage nicht als Märtyrer. Im Allgemeinen ist die Rede von 24 cal- vinistischen und 6 lutherischen Geistlichen, die diese Leiden erlitten und überlebten und, als sie endlich in Zürich gemeinsam ankamen, dort gefeiert und gemalt wurden. Entlang der Stationen der Entrechtung (1674-81) änderten sich stets die Rollen der Beteiligten. Einerseits können wir das anhand der bekannten aber nur als Manuskripte erhaltenen Berichte von Bálint Kocsi Csergő (Narratio brevis) und Ferenc Otrokócsi Fóris (Furor 1 S. Varga, Katalin (hrsg): Vitetnek ítélőszékre... Az 1674-es gálya rabper jegyzőkönyve [Sie wurden zum Tribunal gebracht, Das Gerichtsprotokoll der Galeerenprozesses im Jahre 1674], Pozsony, Kal- ligram, 2002. 2016-2 Sárospataki Füzetek 20. évfolyam 75