Sárospataki Füzetek 16. (2012)
2012 / 3-4. szám - TANULMÁNYOK - Adriana Drint: Bibliai textusok észak-hollandiai sírfeliratokon
Das Verständnis der Kirche es im Werk des Heiligen Geistes um die Gotteskindschaft eines jeden geht, dann darf es dabei wohl Gotteskinder mit verschiedenen Gaben und Aufgaben geben. Aber dann darf es nicht so sein, dass sich einige wenige als „hauptamtliche“ Gotteskinder verstehen, während alle anderen unmündige Laien-Kinder sind. Dann sind alle zur mündigen Ausübung ihrer Gotteskindschaft berufen. Art. 31 sagt: Als der mit dem Heiligen Geist gesalbte Messias ist Christus der eine Prophet, König und Priester. Art. 32 fährt fort: durch den Glauben bin ich ein Glied Christi und habe Anteil an seiner Salbung. Diese Salbung, d.h.8 die Taufe ist die Berufung, ja, die Ordination aller zur Teilnahme am dreifachen Amt Christi. Grundbegriff ist der des prophetischen Tuns, das im Bekennen des Namens Christi vor den Menschen besteht (vgl. Mt. 10,32). Dieses Bekennen hat die beiden Gestalten von „Widerstand und Ergebung“ Es geht um Aufstand nicht gegen gewisse Personen, sondern gegenüber der Quelle des Bösen, die zuerst in uns selbst sprudelt. Und es geht um Hingabe, unter Einsatz seiner selbst. Jener Aufstand ist das königliche Tun, vollzogen „mit freiem Gewissen“, und diese Hingabe ist das priesterliche Tun, vollzogen in Dankbarkeit. Beides zusammen ist die Doppelgestalt des Tuns, in dem wir uns bekennen zum Namen Jesu und zu der in ihm vollbrachten Erniedrigung und Erhöhung, zu seiner Hingabe und zu seinem Aufstand. Es dürfen und sollen sich alle Glieder der Gemeinde in eigener Mündigkeit an diesem Bekennen des Namens Jesu Christi beteiligen. Die Ausübung solcher Mündigkeit ist ihre angemessene Teilnahme am Leben der Kirche. Wir stoßen hier auf eine Theologie des Laientums. Dabei ist das Wort Laie in seinem starken Sinn zu verstehen, abgeleitet von laos, Glied des Volkes Gottes. Gibt es wohl Unterschiede in dem Volk Gottes, dann dürfen sie doch keine sein, durch die die mündige Betätigung aller Glieder dieses Volks gemindert oder behindert wird. Mit Gal. 3,28: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, nicht Knecht noch Freier, nicht Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Jesus Christus“! Das legten 1933 deutsche Neutestamentler so aus, dass die auch von uns anzuerkennenden menschlichen Unterschiede nur im reinen Glaubensbereich der Kirche aufgehoben seien.9 Das trifft aber nicht die Sache. Das Problem liegt für Paulus nicht in den da angesprochenen menschlichen Unterschieden. Das Problem liegt in dem „Oben und Unten“, das Menschen aus jenen Unterschieden ableiten; und das ist dann so stabil, weil es als die Wahrheit in jenen Unterschieden ausgegeben wird. Diese nur scheinbar richtige Wahrheit ist jedoch in Christus aufgehoben. In der von ihm regierten Gemeinde kann in den Unterschieden zwischen den Menschen sowohl die Bevorzugung der einen wie die Benachteiligung der anderen nicht fortbestehen. Dem wird „in Christus“ jede Berechtigung entzogen, und das so sehr, dass dieses Missverhältnis nunmehr völlig grundlos wird. Dass dieses Missverhältnis auch außerhalb der Gemeinde grundlos ist, kann die Gemeinde nicht besser bezeugen als so, dass sie dessen Aufhebung innerhalb der Gemeinde selbst exerziert. Wichtig für alle weiteren Unterschiede: Wenn Gott in seiner Güte nicht bloß den Menschen geschaffen hat (Gen. 2,18), sondern ihn „als Mann und als Frau“ 8 K. Barth, KD IV/4 (Fragment), S. 221. 9 In: Die Marburger Theologen und der Arierparagraph in der Kirche, hg. von H. Liebing, Marburg 1977, 17. 2012/3-4 SÄ RO S PATA Kl F Ü Z E T E K 81