Sárospataki Füzetek 16. (2012)

2012 / 3-4. szám - TANULMÁNYOK - Adriana Drint: Bibliai textusok észak-hollandiai sírfeliratokon

Das Verständnis der Kirche Mahnung. Ist er ihr Haupt, so darf sie nicht eigenmächtig verfügen über das, was sie ist und hat, was sie sagt und tut. Der Maßstab bei allem sind nicht an sie herange­tragene Bedürfnisse, sind nicht Rücksichtnahmen auf Geldgeber, sind nicht Ängste vor dem Verlust von Chancen und Privilegien. Die Kirche könnte so leicht zum Tummelfeld von allerhand Fremdinteressen werden, die fremd sind, auch wenn sie uns gut scheinen. Der ausschlaggebende Maßstab ist aber auch nicht, was man in ihr selbst als wünschenswert empfindet. Die Kirche könnte so leicht zum Konkurrenzplatz von verschiedenen Egoismen werden. Den ausschlaggebenden Maßstab hat Augustin formuliert: „In der Kirche gilt nicht: das sage ich, das sagst du, das sagt jener, sondern: So spricht der Herr.“3 Oder noch besser so, wie es Jesus sagt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch alles übrige zufallen.“ Die Fortsetzung dieses Satzes zeigt an, dass darüber die Frage nach unseren Wünschen nicht zu kurz kommt. Aber diese Frage kommt zu ihrem Recht nur, wenn sie darin eingeschlossen ist, dass die Kirche zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten hat. Denn sie gehört nicht sich selbst, sondern dem, der ihr Haupt ist. Er ruft sie zu sich: „Her zu mir, ich will euch erquicken.“ (Mt. 11,28) Dass Christus das Haupt der Kirche ist, das heißt drittens, dass er ihr eigentlicher Leiter, Amtsträger und Pastor ist, ihr „einziger Bischof“, wie Calvin sagt (Inst. IV,2.6). Er versammelt, schützt und erhält sie, sagt Art. 54. Vielleicht spielt das an auf die Lehre vom dreifachen Amt Christi, wie sie Art. 31 darlegt: er ist der Prophet, Priester und König seiner Gemeinde, ohne dass er die Ausübung dieser Funktionen an irdische Stellvertreter abgibt. Er ist selbst der Prophet, Priester und König seiner Gemeinde. Als der Prophet, der Gottes Willen von unserer Erlösung kundtut, versammelt er sich die Gemeinde. Als der Priester, der für uns Sünder eintritt, schützt er sie. Und als der König, der sie „mit seinem Wort und Geist“ regiert, erhält er sie - nicht unbedingt als äußerlich stabile Größe, auch nicht unbedingt auf gewohnten Geleisen, aber er erhält sie, indem er sie festhält bei seinem Evangelium. Unter und trotz dem, was Menschen in der Kirche tun, darf ich glauben, dass der Sohn Gottes hier sein Werk tut. 2. Die Kirche als Leib Christi. Kirche heißt sodann Gemeinschaftsleben. Religiöse Überzeugung en kann man für sich allein pflegen. Christlichen Glauben haben wir in der Gemeinschaft der Kirche. Privatchristentum ist ein Widerspruch in sich selbst. Privatchristentum wäre auch eine Kirche nach Art einer Gastwirtschaft, in der Kunde n an lauter Einzeltischen sitzen, deren Wünsche einige hin und her huschen de Kellner zu stillen suchen, weil die Konsument en dafür zahlen, dass sie hier bekommen, was sie sich bestellt haben. Privatchristentum wäre auch eine Kirche nach Art eines Vereins, in dem ich mich mit anderen aufgrund gleicher Interessen zusammenschließen . Besteht „mein Trost“ nach Art. 1 darin, dass ich nicht „mein eigen“ bin, dann gibt es keinen Trost für mich, ohne dabei meinem Kreisen um mich selbst entnehmen ommen zu werden. In der Kirche kommt eine Erlösung in Sicht, die nicht mich bloß als Individuum erlöst, sondern die mich erlöst auch von meinem Individualismus. Die Gemeinschaft der Kirche kommt also nicht so zustande, dass sich einzelne Individuum en miteinander verbinden, sondern so, „dass der Sohn Gottes aus 3 Augustin, De unitate ecclesiae 3. 2012/3-4 SÁROSPATAKI FÜZETEK 77

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