Sárospataki Füzetek 16. (2012)

2012 / 3-4. szám - TANULMÁNYOK - Jacob J. Doedens: A sétiták erkölcstelen utódai: az 1Móz 6,1-4 sétita-értelmezésének eredete

Die Eulogie oder die Lobpreisung der guten Taten des Verstorbenen ist eine Hinzufügung zu den biografischen Daten. Öfter werden diese guten Taten mittels einer Kette von kurzen Bibelstellen oder Wordkombinationen aus der hebräischen Bibel angeführt, wohl oder nicht wörtlich zitiert. Der ursprüngliche Kontext hat dabei keine Bedeutung mehr, die Texte werden in einem neuen Kontext umgearbeitet zu einer Grabschrift für den Verstorbenen. Diese Zitierweise von Bibelstellen und Anspielungen wird “musivischer” Stil genannt.49 Eines von vielen Beispielen für die Anwendung von Bibelstellen im “musivischen” Stil ist dieser Text eines Grabsteins in Meppel:50 “Hier ist verborgen eine rechtschaffene, aufrechte und reine Frau, Furcht des Herrn war ihr Schatz,51 eine holdselige Frau,52 ein fleißiges Weib,53 für ihren Mann eine Krone,54 für ihre Familie eine Hausfrau, eine kluge Frau, im Munde von allen gepriesen, eine graziöse Frau tat ihrer Seele Gutes,55 diese ist eine bescheidene weise (Frau). Ihre Hand breitete sie aus zu den Bedürftigen,56 sie streute aus, sie gab den Armen.57 Ihr Name ist berühmt in den Thoren.58 Den Text am Oberrand nenne ich “Krontext”. Im Krontext werden Bibelzitate auf die gleiche Weise verwendet wie in der Lobpreisung. Diese Bibelstellen können in vier Hauptkategorien und neun Teilkategorien gegliedert werden: Tod und Trauer: 1) Texte, die sich auf die Markierung der Grabstätte beziehen, zum Beispiel Genesis (das erste Buch Mose) 31, 52: “Derselbe Haufe sei Zeuge, und das Mal sei auch Zeuge”.59 49 D. Chwolson, Corpus Inscriptionum Hebraicarum, enthaltend Grabschriften aus der Krim und andere Grab- und Inschriften in alter hebräischer Quadratschrift, sowie auch Schriftproben aus Handschriften vom IX. - XV. Jahrhundert gesammelt und erläutert, St. Petersburg, 1882, p. 465; Milada Vilimková, Die Prager Judenstadt, Aventinum 1990, S. 166: “Biblische und andere Gleichnisse in den Text einzufugen war das Grundprinzip des sogenannten “musivischen” Stils (Mosaik), dessen Blütezeit in das 17. und 18. Jahrhundert fiel. Der Text wird mit unzähligen Reminiszenzen und Zitaten aus der biblischen Literatur verflochten. Diesen Zitaten wird entweder ihr Sinn belassen oder sie bekommen durch kleine Veränderungen und Verschiebungen einen anderen Sinn, was häufiger der Fall ist.” 50 MPL-036, Breine, Ehefrau von Cossman Keizer: nant mp» mm1? \ma» rm±> V>n na?x jn na?s \mm 'n nxT mm nan \man mwt \'a's, mts \ am»? nana na» \ naan rormt nst \ rmon nmn na?a: nbai \ mVma ha na \ maa?» \ aio na ns»’ \ nrp parcp 'a ntps \ fiop ’a na nrnn 'n'n \ ansan stü naa? \ aaias) nun nn ma? ?aa»a na \ nata na’a?a, ia ’r'a 'n am \ ans aa?a napm \ n’a» Px nsoxm pro vn ’n'a’sYn \paP naana nnns 51 Vgl. Jesaia 33, 6. 52 Sprüche 11, 16. 53 Sprüche 12, 4., Sprüche 31, 10. ,4 Vgl. Sprüche 12, 4. 55 Vgl. Sprüche 11, 17. 56 Vgl. Sprüche 31, 20. 57 Vgl. Psalm 112, 9. Vgl. Sprüche 31, 23. 59 COV-024, MPL-029, 075. Bibelstei len auf Grabsteinen im Norden der Niederlande 2012/3-4 SÁROSPATAKI FÜZETEK 71

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