Sárospataki Füzetek 14. (2010)
2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK - Busch, Eberhard: Van-e valódi okunk a boldogságra?
Die Sendung der ganzen christlichen Gemeinde bung aus Deutschland im Juni 1935 hat er das spitz erklärt: Gleich ob man die traditionelle Verknüpfung der Christenheit mit den Mächten des alten Aon als eine beiderseits gefährliche Fiktion oder als göttliches Segenszeichen verstehe, aber so oder so, diese Zeit ist im Ablaufen begriffen. Und es sei höchste Zeit, dass sich die Christenheit der übrigen Welt gegenüber auf die eigenen Füße stelle, zwar nicht gleichgültig gegenüber den Problemen dieser Welt, aber ihr auch nicht hörig. Das würde allerdings bedeuten, dass sie sich von einem Reichtum an Privilegien und Besitztümern trennen müsste, um dafür wieder in der Welt ein Licht zu werden. Wohin aber würde sich eine von den Kirchentümern emanzipierende Gesellschaft bewegen? Es war die Vermutung Dietrich Bonhoeffers in seinen späten Gefängnisbriefen: „Wir gehen einer völlig religionslosen Zeit entgegen; die Menschen können einfach, wie sie nun einmal sind, nicht mehr religiös sein.“ Hat er sich in dieser Hinsicht etwa getäuscht? Es ist wohl wahr, dass die Menschheit in ihren tagtäglichen Verrichtungen sich unter Absehung von religiösen Vorschriften verhält. Aber andererseits sieht es heute zugleich vielmehr so aus: Es ist über die Menschheit, auch in unseren Breiten, aufs neue eine religiöse Welle gekommen. Wir begegnen da einem vielseitigem religiösen Interesse, das sich christlicher Worte bedienen kann, aber mühelos auch ganz ohne christliche Erkenntnisse auskommt. Ist man nicht christlich, so ist man doch religiös, wir haben es ja vor Augen: eine Religion vielleicht in fernöstlicher Vertiefung des Menschen in sich selbst oder in westlichen Billigausgaben von Vergötterung. Barth war der Überzeugung, dass der „natürliche“ Mensch religiös und dass er auch als moderner Mensch nicht in der Lage ist, sich selbst von der Religion zu befreien. Auch das bestehende Christentum ist nicht davon befreit. In einem Vortrag vor Studenten vorwiegend aus Entwicklungsländern sagte er 1963: Schümm sei aber, wenn gesagt wird, dass Menschen gar nicht davon befreit werden müssen und können. „Der schümmste Sündenfall der (christüchen) Theologie geschah ...als sie begann, sich selbst als ,Reügionswissenschaff zu verstehen.“ Dass der Mensch davon befreit werden muss und befreit werden kann, das sieht er allerdings erst ein, wenn er daraus befreit wird.“ Das geschieht damit, dass Gott sich seinerseits den Menschen zuwendet. Damit stellt er klar, dass wir es nicht mit Gott zu tun haben, wo immer der Mensch sich von sich aus zum Himmel erhebt, sondern allein da, wo Gott zum Menschen kommt. Und das bezeugt die Heiüge Schrift Alten und Neuen Testamentes: Es geht „im Unterschied, ja Gegensatz zu allen Reügionen nicht um einen Aufbruch des Menschen zu Gott, sondern um einen Aufbruch Gottes zum Menschen hin.“ Und wohin wird sich die Kirche bewegen — angesichts des Schwundes der Kir- chenmitgüed-Zahlen? Diese Frage beschäftigt in der Tat Kirchenleitungen in meiner deutschen Umgebung. Dazu höre ich erstaunüche Vorschläge. Es wird für die Einzelgemeinden vorgeschrieben, dass sie mindestens 1700 Mitglieder umfassen müssen; sonst werden sie mit soviel anderen Gemeinden zusammengeschlossen bis sie dieses Limit erreichen. Pfarrhäuser und Kirchen-Gebäude von zu kleinen Gemeinden werden verkauft. Beim Zusammenschluss von Kirchgemeinden zu einer Landeskirche sollten mindestens eine Mioilion Mitglieder registriert werden; sonst werden sie mit anderen Landeskirchen zu einer solchen Zahl verbunden. So 2010/4 SÁROSPATAKI FÜZETEK 23