Sárospataki Füzetek 14. (2010)

2010 / 4. szám - TANULMÁNYOK

Busch, Eberhard sich uns scheinbar unbewegliche, unüberwindliche Felsklötze in den Weg legen, so dass es kein Weiterkommen mehr zu geben scheint, Gott verlässt uns nicht. Wenn uns das einmal aufgeht, dann verstehen wir, dass das Wort Gottes Evangelium ist, d.h. Frohbotschaft. Dann begreifen wir, dass wir dadurch dazu eingeladen sind, wie es Paulus sagt in Römer 15,10: „Freut euch ihr Heiden mit seinem Volk!“ Oder wie es in Psalm 96,1 lf geradezu überschwänglich heißt: „Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich; das Meer brause und was darinnen ist, das Feld sei fröhlich und alles was darauf ist; und lasset rühmen alle Bäume im Walde vor dem Herrn.“ Warum diese Freude? Was ist das Eine, das verlässlich und beständig Freude be­gründet? Sie ist begründet in dem, was Gott an seinen Menschen tut, darin, dass er sich ihnen zuwendet, dass er ihnen Halt und Hilfe ist. In Psalm 73,28 heißt es: „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte.“ Aber das ist so zu verstehen, wie es dort zuvor gesagt wird: Ich halte mich an Gott, weil Er mich hält (V. 23). Also, ich darf mich freuen, weil er mich erfreut. Damit wird aufgedeckt: Der Grund dafür, fröhlich zu sein, liegt nicht in mir. Der Genfer Reformator Johannes Calvin schreibt einmal (Inst. IV 16,32): „Gott übernimmt uns gegenüber die Rolle eines ganz fürsorglichen Hausvaters, ... müssen wir da nicht nach Davids Beispiel von ganzem Herzen frohlocken?“ Die Freude hat ihr Fundament nicht in mir. Sie hängt nicht ab von unserer Stimmung und unserer sogenannten guten Laune, um dann zu verschwinden, wenn wir schlecht gelaunt sind. Gott, der uns freundlich zugewandte Gott, macht uns Freude. Und das macht uns fröhlich. Wir können von hier aus auf eine Linie von biblischen Aussagen blicken, die anscheinend anders reden. Sie reden von Kindern Gottes, denen es gar nicht er­freulich geht — Menschen, die gar nicht glücklich dran sind, sondern die traurig, bekümmert, sorgenvoll ihre Tage zubringen, Menschen, die zu klagen haben, die seufzen, die weinen, Menschen, die nicht sagen können, dass Gott ihnen das Schwere abnimmt, sondern mit Psalm 68,20. sagen: „Gott legt uns eine Last auf...“ Die Fortsetzung heißt wohl: „aber er hilft uns auch“. Doch die Last besteht wohl nicht zuletzt darin, dass diese Hilfe lange auf sich warten lässt. In Lukas 6,21 steht der wunderliche Satz: „Selig seid ihr, die ihr weint.“ Sage das einmal jemand einer Frau oder einem Mann, die herzzerbrechend Tränen vergießen. Aber Jesus sagt das. Und Jesus kann das sagen. Denn er sagt zwar: „Ihr werdet lachen“, aber er vertröstet damit nicht auf einen St. Nimmerleinstag. Er sagt auch nicht, dass Trä­nen und Traurigkeit eine Glückseligkeit sind. Sondern das sagt er: Sie können von Glück sagen, weil sie selbst noch im Dunkel und auf ihrem schweren Weg nicht allein, nicht gottverlassen sind, weil er vielmehr mit ihnen ist und mit ihnen unter­wegs. Es „wandert mit uns allen der Stern der Gotteshuld“, wie es der in den Tod gedrängte Dichter Jochen Klepper gesagt hat. Gottes Kinder können wohl in Trübsal fallen. Aber sie können nicht aus Gottes Hand fallen. Darum „seid ihr selig“, auch wenn ihr weint. Darum werdet ihr eines Tages auch noch sehen, was ihr jetzt nur glauben könnt: dass ihr auf alle Fälle in besten Händen seid. Und ihr werdet es so sehen, dass ihr, die ihr jetzt weint, vor Freude lachen werdet. In der Hoffnung darauf und in der Vorfreude darauf könnt ihr jetzt den Schmerz aushal- ten und ertragen. Und das im Unterschied zu denen, die ohne ihn und abgesehen von ihm ihren Weg wollten, die sich selbst genug waren und vergnügt haben auf 12 SÁROSPATAKI FÜZETEK 2010/4

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