Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Auszug aus dem Tagebuch

AUSZUG AUS DEM TAGEBUCH Von Udo Wiedemeyer 6. November 1956 ...Abends war ich in dem Kursus Funken u. Morsen. Wir sprachen über Un­garn. Bis heute abend steht Iserlohn noch mit 5 Freiheitssendern in Ver­bindung. Sie fordern Hilfe! Wir vom DARC-Iserlohn sind in dieser Bezie­hung machtlos. Nach ihren Meldungen ist die Lage sehr schlecht. Munition und Waffen gehen zur Neige und die Übermacht ist groß. Die Freiheitssender befinden sich in den oberen Stockwerken der Häuser. Hier hat man, da der Strom fehlt, Fahrräder aufgestellt. An den Fahrrädern werden mehrere Dyna­mos aneinander gekoppelt. Einer setzt sich auf das Fahrrad und er muß kräf­tig in die Pedalen treten um die nötige Spannung zu erzeugen für den Funk­betrieb. Wie aus Ungarn gemeldet wird sind die Stationen unter ständigen Granatbeschuß. Im Erdgeschoß der Häuser haben sich die Freiheitskämpfer verschanzt und verteidigen die Sendestationen. Für die Freiheitskämpfer, die die Nachrichten nach Iserlohn funkten, will sich Herr Wessel vom DARC einsetzen. (Er ist Kripo-Beamter und wohnt in der Marienstraße um Schillerplatz!) Wenn ihnen die Flucht aus Ungarn gelingt, werden den Ungarn Arbeit­splätze in Iserlohn angeboten! Sie können mit aller verfügbaren Hilfe rech­nen die wir ihnen geben können!

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