Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen

und der Moral des persönlichen Christentums entspricht, da helfend einzu­springen, wo jetzt Not ist! Lindner CDU: Meine Herren, ich glaube nicht, daß es in erster Linie die Aufgabe einer Stadt ist, da nun helfend einzugreifen. Wenn es seinerzeit ge­schehen ist, so doch nur, um die erste aufgebrochene Not in etwa zu lin­dern. Ich weiß nicht, ob wir so ohne weiteres nun - wo es sich mehr und mehr dazu entwickelt hat: zu einem politischen Hintergrund - über das Geld der Bevölkerung in diesem Augenblick verfügen können. Wenn hin und wieder das Wort von Nächstenliebe und Christenpflicht gefallen ist, so soll­ten wir nicht an die Steuergroschen der Iserlohner Bevölkerung herange­hen, sondern ich meine, wir müßten zunächst einmal bei uns anfangen und vielleicht - ich will es nicht zum Antrag erheben - überlegen, ob wir nicht einen Teil unserer Sitzungsgelder für diesen Zweck zur Verfügung stellen über den Betrag hinaus, der für diesen Zweck bereitgestellt werden soll. Ratsvorsitzer: Wird das Wort noch gewünscht, meine Herren? - Das ist nicht der Fall, damit ist die Aussprache geschlossen. Es wurde soeben bei der Bemerkung des Herrn Rechtsanwalts Römer ge­fordert, einen Ordnungsruf zu erteilen. Ich glaube, meine Herren, wir alle haben gesehen, daß dies eine Frage ist, bei der es sich mehr oder weniger um eine politische Angelegenheit handelt, so daß ein Ordnungsruf doch wohl nicht angebracht ist, zumal ja Herr Schmorow das zurückgegeben hat, indem er sagte: Wir machen auch keine Verbeugung vor den Engländern und dgl. Ich glaube, damit ist das dann doch wohl aufgehoben; ich sehe auch keine Veranlassung, deshalb hier einzuschreiten. (Zuruf Schmorow; unklar) Zu den Anträgen, die gestellt sind, folgendes: Herr Rechtsanwalt Römer beantragte, zusätzliche 1000 Mark zu geben... (Einiges Lachen) ...d.h. über den Antrag der SPD hinaus. (Zuruf: Nein, nein!) Also Sie wollten dann die 1000 Mark-von denen die SPD 1/3 abzweigen will - voll dem Roten Kreuz für Ungarn geben. (Ja!) (Römer CDU: Und zwar für Ungarn bestimmt - in erster Linie -; natür­lich für die, die noch hierherkommen. Das spielt auch keine Rolle.) „Ungarnhilfe"! Das heißt Ungarnhilfe, und das heißt, von der Erhöhung, die die Fraktion der SPD beantragt hat - davon soll nicht 1/3 den Ägyptern zugeführt werden, sondern die sollen voll der Ungarnhilfe gegeben werden. Das war Ihr Antrag, Herr Römer? (Römer: Jawohl.) Herr Klute, Sie hatten beantragt, insgesamt 3000 Mark zur Verfügung zu stellen.

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