Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)
Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen
haben - sich Rechte angemaßt hat - also einen Rechtsbruch beging. Und als er diesen Rechtsbruch beging; da hat sein Volk ihm zugejubelt; das Volk hat ihm zugejubelt, das jetzt durch die Eingriffe der Engländer und Franzosen in Not kam, die, wenn sie damals sofort gekommen wären, von der ganzen Welt geradezu als eine ordnungsmäßige Wiederherstellung des Rechtes empfunden worden wären!! Das ist doch Tatsache! So ist es doch gewesen. Und nun haben wir in Ungarn ein Volk, das geknutet wird, das die Freiheit haben will, das in sich geschlossen ist und für diese Freiheit nichts machen kann und sich deshalb genötigt sieht, das Land zu verlassen. Infolgedessen haben wir die Not erst dann gesehen, als die Russen mit ihren Kanonen kamen und dieses Volk, daß nach Freiheit lechzte und das schon glaubte, in dieser Freiheit zu sein, zusammenschössen. Und dadurch ist eine Not entstanden, und diese Not wurde in der ganzen Welt erkannt - und für diese Not haben wir uns auch bereit gefunden, einen Teil zu geben, und ich bin dafür, daß dieser Betrag erhöht wird. Ich bin aber dagegen, daß er mit der Suezgeschichte verknüpft wird und daß wir deshalb quasi sagen, ob der eine recht hat oder der andere, wir wollen das hier und von hier aus nicht entscheiden. Aber es ist ein großer Unterschied, ob ein Volk sich seine Freiheit nicht entwickeln kann oder ob ein anderes Volk etwas tut, was nicht rechtens ist. Zielke SPD: Meine Herren, ich bedauere an und für sich diese Diskussion, die eigentlich für jene, die es wirklich ehrlich meinen, eine Herzensangelegenheit sein müßte; und bei allem, was man mit dem Herzen geben will, macht man nicht groß Geschrei und großes Getöse. Es wurde lediglich hier zu einer politischen Sache gemacht, und zwar stehe ich persönlich auf dem Standpunkt, daß man einseitig handelt, wenn man einseitig zu erkennen gibt, daß man nur dort helfen will, weil es einem politisch paßt, während der andere ruhig in der Not verbleiben kann. Und wenn man dann vorbringt, wodurch diese Not zustandegekommen ist, dann, meine werten Herren, würden wir, die wir ja auch durch eine Diktatur in Not geraten waren, rasch wissen: die war nicht so einfach, da kranken und leiden noch heute große Teile unseres Volkes dran. Und wenn damals die Amerikaner dann genau so gehandelt und gesagt hätten, das wäre eine Not, die durch eine Diktatur zustandegekommen sei, dann lägen wir noch heute alle auf den Knien und hätten noch nicht das Bißchen, was wir heute bekommen. Und wir sollten eine Lehre daraus ziehen und nicht fragen, woher - und wer hat die Not verursacht -, sondern - und das ist meine ehrliche Meinung - dort helfen, wo Not ist!