Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)
Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen
Damit wäre der Antrag als „dringlich" anerkannt, und wir würden ihn somit unter Punkt 15b behandeln. 15b. Dann kämen wir zu dem Antrag der SPD, dem Sie vorhin die Zustimmung zur Verhandlung gegeben haben. Darf ich den Antrag noch einmal verlesen, meine Herren. (Mund: Wir haben ihn noch in guter Erinnerung.) Es ist aber gewünscht worden; und es ist besser, wenn man das „auffrischt". „Zu der für heute um 17 Uhr anberaumten Ratssitzung gestattet sich die Fraktion der SPD, nachstehenden Dringlichkeitsantrag im öffentlichen Teil dieser Sitzung zu behandeln. Die SPD-Fraktion beantragt, den von der Stadt Iserlohn für die UngarnHilfe zur Verfügung gestellten Betrag von 1000 Mark auf insgesamt 2000 Mark zu erhöhen mit der Maßgabe, 1/3 dieses Betrages für die Agyptenhilfe des Deutschen Roten Kreuzes und 2/3 für die Ungarnhilfe des Deutschen Roten Kreuzes zu bestimmen. Begründung: Eine Erhöhung der Ungarnhilfe der Stadt Iserlohn scheint der SPD-Fraktion deshalb angebracht, weil sich die Zahl der in Not geratenen Ungarn in letzter Zeit erheblich vergrößert hat. Mit der Unterstützung dieser Ungarn-Hilfsaktion gibt die SPD Fraktion gleichzeitig zu verstehen, daß sie mit dem Eingreifen der Russen in Ungarn nicht einverstanden ist. Ein Beitrag zur Ägyptenhilfe des Deutschen Roten Kreuzes sollte nach Ansicht der SPD-Fraktion deshalb auch von der Stadt Iserlohn geleistet werden, weil genau wie in Ungarn auch in Ägypten unschuldige Menschen in Not geraten sind. Mit dieser Unterstützung gibt die SPD-Fraktion gleichzeitig zu verstehen, daß sie mit dem Eingreifen der Engländer, Franzosen und Israelis in Ägypten nicht einverstanden ist." So lautet der Antrag; er müßte jetzt dahingehend geändert werden, daß es heißt: Mit der Unterstützung dieser Ungarn-Hilfsaktion gibt (nicht die SPD-Fraktion, sondern) der Rat der Stadt zu verstehen, daß er mit dem Eingreifen der Russen in Ungarn nicht einverstanden ist. Ebenso muß es m. E. im zweiten Satz heißen nicht SPD-Fraktion; das kann die machen wie sie will; aber hier sind wir im Rat der Stadt, und darum gibt der Rat durch seine Zustimmung zum Ausdruck, daß er a) mit dem Eingreifen der Russen, und b) auch mit dem Eingreifen der Engländer, Franzosen und Israelis in Ägypten nicht einverstanden ist. Ich bitte also den Antrag dahingehend zu ändern. - Dann heißt es weiter: Der Betrag soll von 1000 auf 2000 M erhöht werden mit der Maßgabe,