Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen

Räume angeboten worden (3 Räume Tancre), insbesondere ein Gemein­schaftsraum der Fa. Kissing & Möllmann, in dem 20 Personen gleichen Geschlechts Unterkunft finden können. Entsprechende Meldungen sind auch dem Ratsmitglied Zielke zugegangen. Ratsmitglied Zielke gibt seiner Befürchtung Ausdruck, dass, wenn die pri­vate Aktion durchgeführt werde, keine Anrechnung auf die der Stadt zufal­lenden Zuteilungsquoten an Ungarn-Flüchtlingen erfolgt und bittet, die in Iserlohn in Massenquartieren befindlichen und noch aufzunehmenden deutschen Flüchtlinge bei dieser Aktion nicht aus dem Auge zu lassen. Für diejenigen Bürger, die sich bei Herrn Klute gemeldet haben und die den Wunsch haben, unverzüglich zu helfen, ergibt sich das Problem, wie an diese Flüchtlinge heranzukommen ist. Die Erkundigungen des Herrn Klute haben nämlich ergeben, dass es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich ist, in Österreich selbst unmittelbar Flüchtlinge in Empfang nehmen zu können. Herr Klute hofft, diese Frage morgen klären zu können. Er plant, falls es möglich sein sollte, Flüchtlinge in Wien unmittelbar zu übernehmen und mit einem Autobus in Wien abholen zu lassen. Oberstadtdirektor Wohlert erklärt, dass die Aufteilung der Ungarn-Flücht­linge wohl über die Länder aus besonderen Sammellagern erfolgen werde (Friedland, Bocholt), da der Bund die Verteilung der gesamt zu übernehmen­den Ungarn-Flüchtlinge auf die Länder wie bei den Sowjetzonenflüchtlingen nach einer bestimmten Quote vornehmen werde. Stadtdirektor. Dr. Altemühle übernimmt es, morgen telefonisch evtl. bei einem Besuch in Düsseldorf persönlich beim Sozialministerium, Regie­rungsdirektor Schaumburg, zu klären, ob die Möglichkeit besteht, Ungarn­flüchtlinge unmittelbar in einem Lager in Empfang zu nehmen und ob die Auswahl bei dieser Privataktion nach einer bestimmten Liste erfolgen kann, um die Wünsche der Iserlohner Bürger erfüllen zu können. Ferner soll ermittelt werden, wann evtl. - möglichst schnell - und wo diese Flüchtlinge in Empfang genommen werden können. Stadtdirektor Dr. Alte­mühle übernimmt es weiter, Ratsmitglied Klute entsprechend zu informieren. Zur Frage der von der Stadt zu treffenden Maßnahmen ergibt sich folgendes: Die Meinung des Ältestenrates geht dahin, der Bezirksregierung die Bereit­schaft zu erklären, 30 Ungarn-Flüchtlinge zu übernehmen und diese Flücht­linge zunächst lagermässig unterzubringen. Die Bürgerschaft soll in einem Aufruf aufgefordert werden, für diese Flüchtlinge Unterkünfte bereitzu­stellen. Nach diesen Meldungen soll die Massenunterkunft wieder geräumt werden.

Next

/
Oldalképek
Tartalom