Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen

Oberstadtdirektor Wohlert: Wir haben ähnliche Aufforderungen von der Landes- und Bezirksregierung in bezug auf die ägyptische Frage noch nicht erhalten; wir haben solche Aufforderungen bisher nur zu Ungarn be­kommen, so daß ich also auch nicht mehr sagen kann, Herr Oberbürger­meister, als Sie schon gesagt haben. Ratsvorsitzer Obgm. Rustemeyer: Ich würde deshalb vorschlagen, Herr Schmitz, daß wir die Angelegenheit im Auge behalten. Und sobald uns dazu irgendetwas bekannt wird, werden wir zu dieser Frage noch einmal Stellung nehmen. Einverstanden? - Wird sonst noch das Wort gewünscht? ­Klute FDP: Ich bitte zunächst um Entschuldigung, daß ich zu spät ge­kommen bin - gerade zu dem Punkte, der mich so interessiert. Ich möchte die Herren der Ratsvertretung noch einmal ganz persönlich ansprechen in dieser Angelegenheit. Sie haben - was auch in dem Eilbrief zum Ausdruck kommt - gehört, daß es nicht nur eine Sache ist, die Stadt oder die Gemeinde anzuspannen und da etwas herauszuholen, sondern diese Frage der Unterbringung der Ungarn­flüchtlinge ist eine Frage, die zu einem erheblichen Teil von der Bevölke­rung, von dem Einzelnen selbst, erledigt werden muß. Und zwar einfach aus dem Grunde, weil wir Räume brauchen, um diese Menschen unterzubringen. Sie wissen ganz genau, wie schwer es ist, von Stadt wegen Räume zu schaffen. Es sieht im Endeffekt nämlich immer so aus, daß wir nachher bauen müssen. Darauf können die Ungarnflüchtlinge sicherlich nicht warten. Und wenn Sie am Samstag und Sonntag den Rundfunk und die Zeitung verfolgt haben, werden Sie wissen, wie armselig diese Menschen da unten aufeinanderhocken. Ich möchte eigentlich an Sie appellieren, selbst einmal vielleicht zu Überlegen, ob nicht Sie oder einer Ihrer nächsten Bekannten einen Raum übrig hat und sagt - so ist es ja auch vom Regierungspräsidenten gebeten worden: „Ich bin bereit, ich gebe einen Raum für diese Menschen her; ich bin bereit, es zu tun." Ich habe gestern nur in ganz kleinem Kreise unter einigen Freunden da­rüber gesprochen; und wir hatten sofort aus den Wenigen, die da waren, zwei, von denen der eine sagte: „Ich nehme ein Kind auf in meine Familie!" Der andere sagte - es waren sogar drei -: „Ich nehme auch ein Kind auf!" Der Dritte: „Ich stelle einen Raum für zwei Leute zur Verfügung!" Wenn das so weitergeht, dann könnte man in Iserlohn vielleicht doch er­reichen, daß - sagen wir einmal - 50 Menschen untergebracht werden, ohne daß die Stadt nun wieder angespannt wird: Sorg du für Unterkunft! Wenn

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