Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Auszüge aus den Ratssitzungprotokollen

Ratsitzung vom 26. 11. 1956 Ratsvorsitzer Oberbürgermeister Rustemeyer: Meine Herren! Ich eröffne die für heute einberufene Außerordentliche öffentliche Stadtver­tretersitzung und heiße Sie dazu - zu einer Sitzung, die unsere erste Arbeits­sitzung ist - recht herzlich willkommen! Der Grund dieser kurzfristigen Einberufung zu dieser Außerordentlichen Sitzung ist darin zu suchen, daß unsere Bauordnung am 1. Dezember ihre Gültigkeit verliert; und um nicht auf diesem Gebiet in einen rechtlosen Zu­stand zu kommen, hat der Hauptausschuß nun beschlossen, diese Sitzung für heute einzuberufen. Auf der Tagesordnung, die Ihnen zugegangen ist, steht darum als einziger Punkt die „Verlängerung der Bauordnung der Stadt Iser­lohn". Bevor wir zur Beratung der Tagesordnung kommen, möchte ich in Anbe­tracht dessen, was sich in Ungarn abspielt, hier einiges mitteilen. Als der Rat noch nicht zusammengerufen war, noch nicht bestand und auch der Hauptausschuß nicht gebildet war, aber die Nachrichten von dem furchtbaren Elend der Flüchtlinge aus Ungarn an unser Ohr drangen, hatten die Frak­tionsvorsitzenden gemeinsam mit der Verwaltung beraten, was wir tun kön­nten, um die ungeheure Not zu beseitigen. Und als erste Maßnahme zur Lin­derung der dringendsten Not haben sodann die Fraktionsvorsitzenden und die Verwaltung beschlossen, 1000 Mark dem Roten Kreuz zu überweisen, damit zunächst einmal diese dringendste Not abgewehrt werden könnte. Die Fraktionsvorsitzenden hoffen damit, im Sinne der gesamten Stadtvertretung gehandelt zu haben. Weiter hören wir durch Presse und Rundfunk von der immer größer wer­denden Not, und es steht fest, daß das kleine Österreich die große Menge der Flüchtlinge nicht unterbringen kann; unser Land und unser Staat haben sich entschlossen, Flüchtlinge zu übernehmen, die nun in unserem Vater­land und besonders in Nordrhein-Westfalen untergebracht werden müssen. Es erreichte uns heute ein Schnellbrief, den ich hier verlesen möchte; er kommt vom Regierungspräsidenten in Arnsberg und hat folgenden Wortlaut: „Der Herr Arbeits- und Sozialminister des Landes Nordrhein-Westfalen hat mit Schnellbrief vom 25. November 1956 um sofortige Feststellung ge­beten, wieviel Flüchtlinge aus Ungarn, getrennt nach Familien und Alleinste­henden, von den Kreisen des Regierungsbezirks Arnsberg aufgenommen werden können.

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