Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)
Quellen - Zeitungsartikel
haben wird. Nach Ankündigungen des ungarischen Gewerkschaftsorgans „Népakarat" soll diesen Männern der Prozeß gemacht werden mit dem Vorwurf, Nationalkommunisten und AntiStalinisten durch falsche Anschuldigungen dem Henker ausgeliefert zu haben. Mit lebhaftem Interesse registriert man in Wien auch die Tatsache, daß der Partisanenkrieg in Ungarn fast völlig aufgehört hat, obgleich sich der schon legenden-umwobene „Revolutionsheld von Budapest", der Führer des militärischen Aufstandes und ehemalige Verteidigungsminister Generalmajor Malet er in Freiheit befindet. Der General soll erst dieser Tage durch Sonderkurier einen Brief nach Wien geschickt und darin bestätigt haben [...] [...] daß er den Kohlenmangel abzuhelfen, soll nach einer weiteren Meldung ein „Treuegeld" gezahlt werden. Schließlich erwähnte der Sender auch ausführlich die erste Tagung des ungarischen Schriftstellerverbandes seit der Revolution: er gab unumwunden zu, daß der Verband erneut einstimmig eine Amnestie für alle Teilnehmer des Aufstandes gefordert hat. Das ungarische Parteiorgan „Népszabadság" äußert große Besorgnisse über die Flucht zahlreicher technischer Fachkräfte aus Ungarn. Nur durch eine entscheidende Aenderung der Industrie- und Wirtschaftspolitik könne eine weitere Abwanderung dieser Experten verhindert werden. Das Blatt schlägt unter anderem die Errichtung von „technischen Informationszentren" industriell hochentwickelter Länder in Ungarn vor, und zwar nicht nur sowjetischer, sondern auch amerikanischer Informationsbüros. In einem Weißbuch der kommunistischen Regierung Kadar wird gesagt, daß 1692 Ungarn während des Aufstandes in Budapest ermordet worden seien. Diese Zahl sei jedoch nicht vollständig. Im Laufe der Kämpfe seien über 6000 Verwundete in Budapester Krankenhäusern behandelt worden. 670 von ihnen seien ihren Verletzungen erlegen. Der erste Band des Weißbuches wurde in 100 000 Exemplaren in ungarischer, russischer, deutscher, französischer und englischer Sprache herausgegeben, er behandelt die „Verbrechen der Konterrevolutionäre". 28. IKZ, 29.-30. Dezember 1956 S. 4. SUCHDIENSTHILFEN FÜR UNGARNFLÜCHTLINGE Iserlohn. Seit Wochen erreichen in großer Zahl Suchwünsche von Ungarnflüchtlingen und Anfragen nach ihnen von Verwandten und Bekannten die Wohlfahrtsverbände und den Rundfunk.